Sheabutter

Wirkung, Andwendung, Qualität & Kaufempfehlung

Author

Dr. Lisa Dinh

Lesedauer: 13:3 min

Letzte Änderung: 08.03.2020.

In Afrika gilt der Karitébaum als heilig. Seine nussartigen Früchte liefern die Sheabutter, die sich einen festen Platz in der Kosmetikindustrie erobert hat. Sheabutter pflegt alle Hauttypen und eignet sich sogar zum Kochen.

BezeichnungSheabutter
Botanischer NameVitellaria paradoxa
Englischer NameVitellaria
SynonymeKaritébaum, Sheanussbaum, Schibutterbaum, Schibaum
UrsprungsländerSenegal, Sudan
Preis pro 10ml0,90

Innere Wirkung

Senkt den Blutdruck

Hoher Blutdruck ist weltweit ein Problem. Nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist jeder vierte Mann und jede fünfte Frau betroffen. Besonders hoch sind die Zahlen von Patienten mit hohem Blutdruck in Afrika, wo fast jeder zweite Erwachsene betroffen ist. Wissenschaftler in Ghana untersuchten deshalb die Wirkung von Sheabutter auf den Blutdruck und veröffentlichten die Ergebnisse im Jahr 2019. Ghana gehört zu den größten Produzenten dieses Fetts, das in dem Land traditionell auch zum Kochen benutzt wird. An der Studie nahmen über 18.000 Haushalte teil.

Alle Personen in Haushalten, die vor allem Sheabutter verwendeten, hatten eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit, mit erhöhtem Blutdruck zu kämpfen. Allerdings unterschieden sich die Prozentzahlen je nach Region. Die Forscher vermuten, dass neben Antioxidantien der hohe Gehalt von Vitamin E für den blutdrucksenkenden Effekt von Sheabutter verantwortlich sein könnte.

Beeinflusst Cholesterinwerte

Israelische Wissenschaftler haben die innere Wirkung von Sheabutter in einem Tierversuch untersucht. Demnach senkt Sheabutter die Cholesterinwerte enorm. Erklären könnte das der hohe Gehalt von Ölsäure und Stearinsäure von Sheabutter. Ölsäure, auch Oleinsäure genannt, macht bis zu 60 Prozent des gesamten Fetts aus. Der Anteil von Stearinsäure kann bis zu 50 Prozent betragen. Beide Fettsäuren sind bekannt dafür, dass sie Blutfettwerte senken können. Ölsäure ist der Hauptbestandteil von Olivenöl. Studien belegen, dass diese Fettsäure LDL-Cholesterin senken kann. Diese Art des Cholesterins ist für die Einlagerung von Fett in den Wänden von Arterien verantwortlich. Stearinsäure hat offensichtlich einen ähnlichen Effekt.

Bekämpft Tumore, hemmt Entzündungen

Japanische Forscher haben herausgefunden, dass Sheabutter acht verschiedene Triterpene enthält, vier Triterpenacetate und vier Triterpencinnamate. Diese natürlichen Stoffe haben zahlreiche Anwendungsgebiete, von Schaumbildnern in Shampoos bis zu Antibiotika. Die Triterpene von Sheabutter haben bei Ratten eine starke entzündungshemmende Wirkung gezeigt. Außerdem stellten die Wissenschaftler fest, dass diese Stoffe das Wachstum von Tumoren bremsen können. In einem Versuch unter Laborbedingungen hat sich gezeigt, dass Substanzen in Sheabutter die Funktion entzündungsfördernder Botenstoffe und deren Signalwege auf Zellebene behindern.

Äußere Wirkung

Sheabutter gehört zu den Substanzen, die bisher noch nicht besonders gut erforscht sind. Erstaunlicherweise genießt diese Nussbutter einen hervorragenden Ruf, der allerdings nicht auf wissenschaftliche Erkenntnisse gestützt ist. In diesem Fall gilt: Probieren geht über Studieren. Wir präsentieren hier die Wirkungen von Sheabutter auf Haut und Haare, die wir für realistisch halten.

Pflegt trockene Haut

Menschen in Afrika nutzen Sheabutter seit Jahrhunderten für die Hautpflege. Dort schützt er die Haut vor dem trockenen Harmattan, ein Windsystem, das große Mengen Wüstenstaub und auch Sand mit sich führt. In der Sahara weht der Harmattan das ganze Jahr hindurch. In der Sahelzone und im Sudan führt er in den Wintermonaten zu großer Trockenheit.

Wegen des Mangels an wissenschaftlichen Studien führte die schwedische Firma AKK selbst Versuche mit Sheabutter durch. Demnach eignet sich Sheabutter hervorragend dazu, Feuchtigkeitsverlust in der Haut auszugleichen. Um sich ein Urteil zu bilden, untersuchten die Schweden auch tiefere Hautschichten. Offensichtlich ist Sheabutter in der Lage, tief in die Haut einzudringen. Sheabutter enthält neben gesunden Fettsäuren eine beachtliche Menge Vitamin E, dessen wohltuende Wirkung auf die Haut gut belegt ist. Allerdings hängt der Anteil von Vitamin E in Sheabutter stark vom Wetter ab und kann enorm schwanken. Eine Studie hat gezeigt, dass untersuchte Sorten von Sheabutter zwischen 414 und 29 microg/g enthielten.

Grundlage für anti-aging Nanopartikel

Nanopartikel sind so klein, dass sie die natürliche Hautschutzbarriere problemlos überwinden können. Doch sie brauchen eine Transportmedium, das sie dort abliefert, wo sie hinkommen sollen. Sheabutter hat sich als perfekte Grundlage für Nanopartikel erwiesen, die einen Anti-Aging-Effekt in der Haut bewirken.

Beruhigt die Haut

Sheabutter wird im allgemeinen gut vertragen. Ihre entzündungshemmenden Substanzen entfalten ihre Wirkung nicht nur, wenn Sie Sheabutter mit der Nahrung verzehren. Sheabutter bekämpft Entzündungen auf so vielfältige Weise, dass Wissenschaftler sie als eine neue Behandlungsmethode bei entzündlichen Prozessen aller Art empfehlen.

Sheabutter eignet sich deshalb für Menschen, die zu Rötungen und Schwellungen neigen. In einer 2015 veröffentlichten Studie zeigte sich, dass Menschen mit Neurodermitis auf Sheabutter gut reagieren. Auch bei Ekzemen scheint sich Sheabutter zu bewähren.

Hilft bei Wundheilung

Sheabutter enthält Allantoin, ein Wirkstoff, der in einigen Pflanzen vorkommt. Beim Menschen entsteht Allantoin beim Abbau von Nukleinsäuren. Diese Substanz beschleunigt die Wundheilung und hilft, Hautirritationen zu mindern. Außerdem fördert sie die Regeneration von Zellen.

Lindert Gelenkschmerzen

In Afrika wird Sheabutter traditionsgemäß bei Gelenkschmerzen verwendet. Die entzündungshemmenden Eigenschaften von Sheabutter helfen bei allen Arten von Verletzungen der Gelenke. Bei Unfällen, Rheuma, Arthrose und rheumatoider Arthritis entzündet sich die Gelenkhaut. Meist greift die Entzündung auch auf benachbarte Bereiche über. Rötungen und Wärme sind Anzeichen dafür, dass eine großflächige Entzündung im Gange ist. Da Sheabutter tief ins Gewebe eindringen kann, ist es möglich, dass sie Gelenkschmerzen auf natürliche Weise lindert.

Lässt Haare glänzen

Sheabutter ist eine Zutat in vielen Haarpflegeprodukten für alle Typen von Haar. Die Fette pflegen die Kopfhaut, ohne die Poren zu verstopfen. Brüchigen Haaren verleiht Sheabutter Glanz. Außerdem hilft sie, störrische Haare zu bändigen. Bei fettigen Haaren kann Sheabutter allerdings zu viel des Guten sein und die Haare schwer und noch fettiger erscheinen lassen.

Anwendung

Für die Hautpflege

Sie können Sheabutter pur wie eine Gesichtscreme oder eine Lippenpomade benutzen. Als Bodylotion ist Sheabutter etwas zu dick. Dafür empfiehlt es sich, die Butter mit einem Öl zu mischen. Avocado-, Mandel- oder Jojobaöl eignet sich gut dafür. 70:30 bis 50:50 sind gute Mischungsverhältnisse. Ein elektrischer Pürierstab oder ein Milchaufschäumer erleichtert das Mischen. Ein Emulgator ist dabei nicht nötig.

Ätherische Öle können den pflegenden Effekt der Sheabutter verstärken. Als Faustregel für die Menge gilt:

25 Tropfen ätherisches Öl auf 100 ml Trägeröl

Folgende ätherischen Öle eignen sich hervorragend für die Hautpflege:

  • Rose
  • Lavendel
  • Geranien
  • Sandelholz
  • Neroli
  • Ylang Ylang

Gesichtsmaske mit ätherischen Ölen

Folgendes Rezept reicht für mehrere Anwendungen. Sie können die Mischung in einem Glasbehälter an einem dunklen Ort problemlos mehrere Wochen lang aufbewahren.

Erwärmen Sie die Sheabutter im Wasserbad leicht. Wenn sie beginnt, sich zu verflüssigen, rühren Sie die ätherischen Öle unter.

Für eine Maske verrühren Sie 2 Teelöffel der Sheabutter mit 1 Esslöffel Honig und 1 Esslöffel Milch oder Sahne. Sie können auch Pflanzenmilch nehmen. Massieren Sie diese Mischung in die gereinigte Haut ein und lassen sie sie 20 Minuten lang einwirken. Anschließend wischen Sie den Rest der Maske mit einem feuchten Wattepad ab.

Haarkur mit Avocado

Die gesunden Fette von Avocado und Honig ergänzen die pflegenden Qualitäten von Sheabutter bei dieser Haarkur.

  • 1 sehr weiche Avocado
  • 1 Esslöffel Honig
  • 2 Esslöffel Sheabutter

Geben Sie die klein geschnittene Avocado mit dem Honig und der Sheabutter in einem Mixer und vermischen Sie alles zu einer glatten Creme. Sie können auch einen Pürierstab nehmen. Die Haarkur tragen Sie auf die frisch gewaschenen Haare auf. Anschließend versiegeln Sie die Kur mit reichlich Frischhaltefolie und wickeln ein Handtuch um Ihren Kopf. Das sorgt für die nötige Wärme. Sie hilft, dass die Creme gut in die Haare einzieht. Nach zwei Stunden waschen Sie die Haarkur mit einem milden Shampoo aus.

Duftende Badekugeln

Diese Badekugeln sprudeln dank Natron und Zitronensäure im Badewasser auf und sorgen dabei dafür, dass sich die pflegenden Inhaltsstoffe der Sheabutter und der ätherischen Öle mit dem Wasser vermengen. Heilerde beruhigt empfindliche Haut und beugt Hautunreinheiten vor. Die angegebene Menge reicht für 3 bis 4 Badekugeln.

Zutaten:

  • 50 g Sheabutter
  • 10 Tropfen ätherisches Öl Ihrer Wahl
  • 50 g Heilerde
  • 50 g Kartoffelstärke
  • 200 g Natron
  • 100 g Zitronensäure in Pulverform
  • Blütenblätter nach Belieben

Geben Sie die trockenen Zutaten in eine Schüssel und vermischen sie alles sorgfältig. Nun fügen Sie die Sheabutter und das ätherische Öl zu und erwärmen die Mischung im Wasserbad vorsichtig. Sollte sie zu trocken ausfallen, können Sie etwas mehr Sheabutter zugeben. Sie sollten eine glatte, dicke Creme erhalten.

Lassen Sie die Mischung etwas abkühlen und formen Sie Kugeln. Besonders hübsch sehen die Badekugeln aus, wenn Sie sie in Blütenblätter rollen, zum Beispiel getrocknete Rosenblätter oder Lavendel. Sie können die Kugeln ein paar Tage lang bei Zimmertemperatur aushärten lassen oder sie für ein paar Stunden in den Kühlschrank geben. Heben Sie die Badekugeln nach dem Härten luftdicht auf.

Herstellung

Die Herstellung von Sheabutter geschieht in einem relativ komplizierten Verfahren. Traditionsgemäß kümmern sich in Afrika Frauen um die Produktion. Mittlerweile gibt es wie bei Arganöl Kooperativen für Frauen, die einen fairen Lohn garantieren. Es wird geschätzt, dass mindestens zwei Millionen Frauen mit der Herstellung von Sheabutter ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Die Sheanüsse sind von einer relativ dünnen Schicht Fruchtfleisch umgeben, das essbar ist. Zwischen April und Juni werden die Früchte geerntet, die botanisch gesehen Beeren sind. Frauen sammeln die Früchte jeden Tag zwischen 5 und 10 Uhr morgens ein.

Zunächst gilt es, das Fruchtfleisch von den Nüssen zu trennen. Das geschieht in der Regel per Hand. Oft nutzen die Frauen die saftigen Früchte, um daraus Marmelade oder Gelee zu fertigen. Anschließend gilt es, die Nüsse zu waschen und 45 Minuten lang zu kochen. Das sterilisiert sie und sorgt dafür, dass sie gelagert werden können.

Nach dem Kochen trocknet man die Nüsse auf dem Boden in der Sonne. Dabei werden sie mehrmals gewendet. Nun entfernen die Frauen die Schale von den getrockneten Nüssen. Anschließend werden die Kerne erneut getrocknet.

Nun kann das Öl extrahiert werden. Neben Kalt- und Warmpressung nutzt man dafür Extraktion mit Lösungsmitteln. Um 1 kg Sheabutter zu erzeugen braucht man zwischen 3 und 5 kg Sheakerne. Die Menge hängt vom Ölgehalt der Kerne und der Extraktionsmethode ab.

Qualitäten von Sheabutter

Kaltgepresste Sheabutter: Wenn die Temperaturen während des Pressvorgangs 60 °C nicht überschreiten, spricht man von kaltgepresster Sheabutter. Nach dem Pressvorgang entfernt man kleine Verunreinigungen durch mechanisches Filtern. Diese Sheabutter hat eine weiche Konsistenz und eine goldgelbe Farbe. Sie riecht deutlich nach Nüssen. Wichtig ist bei dieser Art der Herstellung, dass die Kerne von hoher Qualität sind.

Eventuelle Verunreinigungen machen sich hier sofort bemerkbar. Kaltgepresste Sheabutter ist die höchste Qualitätsstufe. Sie eignet sich besonders gut zum Kochen.

Warmgepresste Sheabutter: Bei dieser Herstellung handelt es sich um die traditionelle Methode. Dafür werden die getrockneten Kerne zerkleinert und anschließend geröstet. Während des Röstens verfärben sich die Stücke leicht bräunlich. Sie sind fertig gegart, wenn man die Stücke leicht mit der Hand zerdrücken kann.

Nun werden sie zu einem Brei verrieben, der mit Wasser versetzt wird. Der Brei wird nun geknetet oder geschlagen. Das trennt die fetten Bestandteile von den Fasern der Nüsse. Mit der Zeit sammeln sich die Fette oben auf dem Brei an. Sie werden während des Vorgangs mehrmals abgeschöpft. Statt Filtern wird die Sheabutter mehrere Male mit Wasser vermischt und anschließend von der Oberfläche abgenommen. Die Qualität dieser Sheabutter ist unterschiedlich. Ihre Farbe variiert von hell bis kräftig gelb. Sie wird meist für die Herstellung von Kosmetika verwendet.

Raffinierte Sheabutter: Bei der Raffination wird die Sheabutter zwischen 300 und 400 60 °C erhitzt, bis sie verdampft. So erhält man ein reines Kondensat, dass keine Unreinheiten aufweist. Dieses Produkt verliert die typischen Eigenschaften der Seabutter, lässt sich aber hervorragend in der industriellen Produktion von Kosmetika, Lebensmitteln und Pharmaka verwenden.

Desodorierte Sheabutter: Die Desodorierung ist etwas weniger drastisch wie die Raffination. Sie kann durch Wasserdampf oder Filtern mit einem absorbierenden Material erfolgen, zum Beispiel Tonerden. Desodorierte Sheabutter hat keinen Geruch mehr, ist aber ansonsten naturbelassen. Sie lässt sich vielseitig verwenden.

Inhaltsstoffe

Wie bei jedem Naturprodukt, lassen sich die Mengen der Inhaltsstoffe nicht genau angeben. Sheabutter zeichnet sich durch einen großen Anteil von sogenannten unverseifbaren Bestandteilen aus. Das sind alle Substanzen, die keine Fette sind. Dazu gehören Vitamin E, Triterpene, Allantoin und Carotene. Entzündungshemmende Triterpene machen etwas über die Hälfte dieser unverseifbaren Substanzen aus.

Chemische Zusammensetzung von Sheabutter:

  • Ölsäure (Oleinsäure) 40 - 60 %
  • Stearinsäure 20 - 50 %
  • Linolsäure 3 - 11 %
  • Palmitinsäure 2 - 9 %
  • Unverseifbare Substanzen 8 - 11 %

Geschichte

Die genauen Ursprünge der Sheabutter liegen im Dunkeln. Angeblich soll bereits die berühmte Königin Kleopatra im Jahrhundert vor Christi Geburt auf Sheabutter geschworen haben. Historische Quellen berichten, dass sie große Gläser voll Sheabutter auf alle Reisen mitnahm.

Vermutlich verwenden die Menschen in Afrika Sheabutter jedoch bereits seit Tausenden von Jahren zum Kochen und für die Hautpflege. Europäische Abenteurer kamen im bereits im Mittelalter in Kontakt mit Sheabutter. Archäologen fanden bei Ausgrabungen im Dorf Saouga in Burkina Faso Hinweise, dass dort im 14. Jahrhundert Sheabutter hergestellt wurde.

Der Name Shea kommt von dem Begriff S’í, ein Wort in der Bambara Sprache von Mali, das den Baum bezeichnet. In Afrika ist Sheabutter jedoch unter vielen Namen bekannt, unter anderem Kade oder Kadanya in der Hausa Sprache, Ori in Westafrika und Karité in der Wolof Sprache, die in Senegal gesprochen wird. Karité lässt sich mit Baum des Lebens übersetzen.

Um das Jahr 1920 herum importierten zahlreiche europäische Firmen Sheabutter nach Europa. Doch neue Regeln in der Agrarpolitik beendeten dieses Geschäft. Mit der Jahrtausendwende erlebte Sheabutter eine Renaissance. Die Universität von Greenwich veröffentlichte im Jahr 2001 einen Bericht, der die Marktchancen von Sheabutter beleuchtete.

Mittlerweile liegt Sheabutter voll im Trend. Die Nachfrage nach natürlichen Zutaten in Kosmetika ist enorm und hat das Interesse an Sheabutter enorm gesteigert. 2018 betrug der weltweite Umsatz 1,4 Milliarden US-Dollar. Experten schätzen, dass die jährliche Umsatzsteigerung in den kommenden Jahren bei über 10 Prozent liegen wird.

Botanik

Der Karitébaum trägt viele verschiedene Namen. Er ist auch als Sheanussbaum, Schibutterbaum, afrikanischer Butterbaum oder Schibaum bekannt. Auch bei den wissenschaftlichen Namen regiert die Vielfalt. Normalerweise wird der Baum Vitellaria paradoxa genannt. Er wird jedoch auch als Bassia parkii und als Butyrospermum paradoxum bezeichnet. Fest steht, dass es sich bei dem Baum um die einzige Pflanzenart in der Gattung Vitellaria handelt, die zur Familie der Sapotaceae gehört, der Sapotengewächse, die auch als Breiapfelgewächse bekannt ist.

Der Baum wächst langsam in Höhenlagen zwischen 100 und 600 Metern bei Durchschnittstemperaturen von 25 bis 29 °C. Karitébäume sind im trockenen Savannengürtel südlich der Sahara beheimatet. Sie kommen in 19 Ländern vor, die sich vom äthiopischen Hochland bis zum Sudan und Senegal erstrecken.

Der Baum kann bis zu 25 Meter hoch und bis zu 300 Jahre alt werden. Er entwickelt einen kräftigen Stamm und eine weit verzweigte, ausladende Krone. Bei jungen Bäumen erscheint die Rinde rostfarben. Die dicke raue Borke älterer Bäume hat eine graue bis schwärzliche Farbe und ist von einem Netz von Rissen durchzogen.

Die dunkelgrünen Blätter mit heller Unterseite sitzen in einer Spirale an den Zweigenden. Der Blattstiel ist bis zu 10 cm Lang. Die Blätter selbst können eine Länge von bis zu 25 cm und eine Breite von bis zu 14 cm aufweisen. Zu Beginn der Trockenzeit wirft der Baum seine Blätter ab.

Stamm, Zweige, Früchte und Blätter sondern bei Verletzungen einen kautschukähnlichen Saft ab. Die Blüten entwickeln sich in dichten Büscheln an den Zweigenden. Meist stehen um die 40 Blüten zusammen. Wind oder Insekten bestäuben die bis zu 3 cm langen Blüten, die cremefarbene Kronblätter haben.

Die Früchte des Baumes zählen botanisch gesehen zu den Beeren, ähneln vom Aussehen her aber Nüssen. Sie sind bis zu 7 cm lang und haben einen Durchmesser von bis zu 5 cm. Die Samen wiegen zwischen 5 und 16 Gramm.

Kultivierung

Der Karitébaum gehört zu den Pflanzen, die sich besonders schwer kultivieren lassen. Meist wachsen neue Pflanzen nur, wenn die Nüsse zufällig keimen. Bis die ersten Früchte reifen, vergehen zwei Jahrzehnte. Im Alter von 30 Jahren liefern die Bäume den größten Ertrag.

Dennoch dürfte die Zahl der Karitébäume bei weit über 500 Millionen liegen. Der Grund ist eine Art der Agroforstwirtschaft, die Kulturbaumpark genannt wird. In vielen Ländern gilt es als Tabu, Karité Bäume zu fällen. In manchen Ländern ist es sogar per Gesetz verboten.

Nach Auskunft der FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, beträgt die Ernte der Sheanüsse über 548.000 Tonnen weltweit. Mit gut 360.000 Tonnen ist Nigeria mit Abstand der größte Produzent, gefolgt von Mali und Burkina Faso. Ghana und die Elfenbeinküste sind ebenfalls wichtige Hersteller.