Himbeeröl
Wirkung, Andwendung, Qualität & Kaufempfehlung

Autor: Dr. Lisa Dinh
Datum: 11.06.2020
Lesezeit: 6:0 min

Himbeeröl wird aus den winzigen Kernen der Himbeeren gewonnen und entfaltet seine Wirkung auf der Haut.

BezeichnungHimbeer
Bot. NameRubus idaeus
Eng. Nameraspberry
HerkunftMittel- und Nordeuropa
Preis pro 10ml2,50

Kaufempfehlung

Achten sie beim Kauf unbedingt auf die Qualität des Himbeeröls. Leider werden auch in Deutschland immer mehr verunreinigte oder bereits stark oxidierte Öle angeboten. Diese können Reizungen auf der Haut verursachen und riechen in stark beissend oder nicht nach Himbeeröl. Das Himbeeröl von Naissance können wir in diesem Fall sehr empfehlen.

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Innere Wirkung

Himbeerkernöl ist sehr aromatisch und kann durch seinen fruchtigen Geschmack zum für die Zubereitung von Speisen verwendet werden. Innerlich entfaltet es jedoch keine besondere gesundheitliche Wirkung. Generell ist es eher als Kosmetikprodukt, als zur kulinarischen Verwendung geeignet.

Äußere Wirkung

Das wichtigste Anwendungsgebiet von Himbeeröl ist die Haut. Grundsätzlich eignet es sich für alle Hauttypen und ist sehr gut verträglich, da es nicht komedogen ist, die Hautporen also nicht verstopft.

Bei trockener und alternder Haut

Himbeeröl bewirkt ein Auffüllen der Feuchtigkeitsspeicher in der Haut. Hierdurch wird nicht nur trockene und strapazierte Haut gepflegt, auch kleine Fältchen werden natürlich gestrafft. Die Inhaltsstoffe stärken den natürlichen Schutzfilm der Haut und können so dazu beitragen, sie vor schädlichen Umwelteinflüssen zu bewahren.

Bei fettiger und unreiner Haut

Neben seiner Feuchtigkeitsspendenden Wirkung wirkt das Himbeeröl auch regulierend auf die Talgproduktion. Dadurch kann auch fettige Haut sehr gut mit diesem Öl behandelt werden. Unreinheiten werden durch seine Inhaltsstoffe behoben und leichte Entzündungen gemildert. Diese Eigenschaften bewirken insgesamt ein reines und gesundes Hautbild.

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Zur Pflege NACH dem Sonnenbad

Himbeeröl wird manchmal als natürlicher Sonnenschutz dargestellt. Dieser Sonnenschutz bezieht sich allerdings ausschließlich auf die Spende von Feuchtigkeit, die theoretisch die Haut vor hitzebedingter Austrocknung schützt. Himbeeröl schützt die Haut aber weder vor UV-A, noch vor UV-B Strahlen. Zu diesem Zwecke sollten spezielle Sonnenschutzmittel verwendet werden, um das Hautkrebsrisiko zu minimieren.
Durch seine Feuchtigkeitsspendende Wirkung eignet sich Himbeeröl jedoch sehr gut nach dem Sonnenbad. Hier kann es die Haut mit wichtiger Feuchtigkeit versorgen und schützt sie gleichzeitig durch seine entzündungshemmenden Inhaltsstoffe bei einem beginnenden Sonnenbrand.

Anwendung

Das dunkle und wohlriechende Himbeeröl kann direkt auf die Haut aufgetragen werden. Hierzu kann es mit einem festen Kokosöl vermischt werden, wenn eine größere Hautpartie eingecremt werden soll, nötig ist eine Vermischung aber nicht. Himbeeröl dringt sehr gut in die oberen Hautschichten und hinterlässt keine Rückstände. Es kann bei akutem Bedarf an Feuchtigkeit, z.B. nach dem Sonnenbad aufgetragen werden. Vorher bitte nur zur Feuchtigkeitsspende, nicht aber als Sonnenschutz. Gerade bei der Verwendung gegen fettige und unreine Haut ist eine regelmäßige Anwendung ratsam. Sie kann bedenkenlos in die tägliche Pflegeroutine aufgenommen werden, da das Himbeeröl frei von Nebenwirkungen ist und nicht überdosiert werden kann.

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Herstellung

Himbeeröl wird nicht aus den Früchten, sonders ausschließlich aus den Samen der Himbeere gewonnen. Daher sind die Bezeichnungen Himbeerkernöl oder Himbeersamenöl ebenso geläufig. Nach der meist manuellen Ernte der Himbeeren, müssen zunächst die Kerne von der Frucht isoliert werden. Hierzu werden die Früchte maschinell oder von Hand durch sehr feine Siebe gepresst. Der durchgetretene Fruchtsaft und das Fruchtfleisch können zur Nahrungsmittelproduktion weiter verwendet werden. Im Sieb übrig bleiben einzig die winzigen dunklen Samen. Sie werden anschließend gewaschen und getrocknet. Erst nach der Trocknung werden sie schonend kalt gepresst. Auf diese Weise können die Inhaltsstoffe gut erhalten bleiben. Die Produktion von Himbeeröl ist insgesamt als ziemlich aufwendig einzustufen. Zum einen aufgrund der mühsamen Ernte der Himbeeren von Hand, zum anderen aufgrund des hohen Bedarfs an Samen. Für ein Liter Himbeeröl werden in etwa 10 Kilogramm Himbeersamen benötigt. Die notwendige Anzahl an Früchten ist also immens.

Inhaltsstoffe

Die gehaltvollen Samen der Himbeere bestehen natürlicherweise zu etwa einem Viertel aus Öl. Ein großer Teil seiner Fettsäuren werden durch die essentiellen Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren gebildet. Sie tragen zu der entzündungshemmenden Wirkung des Himbeeröls bei. Essentielle Fettsäuren werden vom Menschen für den Stoffwechsel benötigt, müssen aber mit der Nahrung aufgenommen werden. Im vornehmlich kosmetisch wirksamen Himbeeröl fördern die Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren die Elastizität der Haut indem sie die Feuchtigkeitsspeicher füllen.

Neben den Fetten sind auch Mineralstoffe und Vitamine wichtige Bestandteile des Himbeeröls. Insbesondere Vitamin A und E sind im Öl enthalten und entfalten ihre antioxidativen Eigenschaften auf der Haut. Dadurch wirken sie den natürlichen Alterungsprozessen entgegen und stärken gleichzeitig die Schutzfunktion der Hautbarriere.

Geschichte

Bei archäologischen Ausgrabungen konnten vermehrt Himbeersamen in der Nähe steinzeitlicher Siedlungsgebiete gefunden werden. Archäologen gehen davon aus, das die Vitamin C reichen Früchte eine wichtige Nahrungsquelle für die damaligen Menschen dargestellt haben. Aufgrund ihres üppigen wilden Wuchses war eine Kultivierung zunächst nicht nötig. Diese wurde erstmals im Mittelalter beschrieben. Hier wurden Himbeersträucher gezielt in Klostergärten angebaut, um die dort lebenden Mönche mit der gesunden Beere zu versorgen. Neben dem kulinarischen Genuss der Früchte, wurden die getrockneten Blätter dieser Pflanze volksheilkundlich verwendet. So wird Himbeerblättertee bis heute in der Geburtsvorbereitung empfohlen, da er den Gebärmutterhals weicher werden lassen soll. Eine historische Verwendung des Öls ist nicht bekannt.

Botanik

Die Himbeere gehört zu den Rosengewächsen und ist ein Waldpionier. Das bedeutet, dass sie sich auf frei gewordenen Waldflächen und Lichtungen sehr schnell ausbreitet und den Boden für nachfolgende Pflanzen vorbereitet. Dabei kriecht sie sowohl überirdisch als auch unterirdisch mit großer Geschwindigkeit voran und überwuchert zügig benachbarte Pflanzen. Auf diese Weise kann der Strauch eine Höhe von bis zu 2 Meter erreichen. Durch den invasiven Wuchs und die stark stacheligen Triebe ist die Himbeere trotz der leckeren Früchte bei Gärtnern eher unbeliebt.

Die einzelnen Sprosse des Himbeerstrauches sind zweijährig, während das Wurzelgeflecht sehr alt werden kann und immer neue Triebe sprießen lässt. Im zweiten Lebensjahr tragen sie von Mai bis August Blüten aus denen anschließend die beliebten Himbeeren wachsen. Nach der Fruchtbildung stirbt dieser Spross ab und gibt Raum für neue Triebe.

Die wilde Himbeere kommt in den gemäßigten Klimazonen Europas und Westsibiriens vor. Im mediterranen Raum ist sie nicht anzutreffen, da sie kühle Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit bevorzugt.

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Kultivierung

Inzwischen gibt es unter den Himbeerpflanzen einige Zuchtformen, die zu unterschiedlichen Jahreszeiten ihre Früchte tragen. Dadurch ist heute eine Produktion frischer Früchte von Frühjahr bis Herbst möglich. Die Kultivierung von Himbeeren ist sehr pflegeintensiv, da die Triebe sehr gezielt beschnitten werden müssen, um eine optimale Fruchtausbeute zu gewährleisten. Die Ernte erfolgt ausschließlich von Hand, da die Früchte sehr empfindlich sind und schnell zerquetschen. Himbeeren reifen nach der Ernte nicht nach, können also erst bei voller Reife gepflückt werden. Durch diesen hohen Aufwand sind sowohl die Früchte selbst, als auch Himbeerprodukte etwas teurer.

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