Arganöl

Wirkung, Andwendung, Qualität & Kaufempfehlung

Author

Dr. Lisa Dinh

Lesedauer: 5:57 min

Letzte Änderung: 20.11.2019.

Der langlebige Arganbaum (bot. Argania spinosa) oder auch Eisenholzbaum ist in Marokko beheimatet. Das aus seinen Früchten gewonnene Öl, ist aufgrund seines Nährwertes und der zahlreichen medizinischen und kosmetischen Anwendungsgebiete, weltweit sehr begehrt.

BezeichnungArganöl
Botanischer NameArgania spinosa
Englischer Nameargan oil
SynonymeEisenholzbaum
UrsprungsländerMarokko
Preis pro 10ml7,50

Früher von den Römern zur Kohlegewinnung gefällt und später durch die englische Besetzung im späten 18. Jahrhundert stark dezimiert, ist das goldgelbe Öl seit Beginn des 21. Jahrhunderts beliebter und vielversprechender Gegenstand moderner Forschungen.

Kaufempfehlung

Achten sie beim Kauf unbedingt auf die Qualität des Arganöls. Leider werden auch in Deutschland immer mehr ranzige oder bereits minderwertige Öle angeboten. Das Arganöl von SatinNaturel können wir in diesem Fall sehr empfehlen.

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Herstellung

Die Arganie beginnt ab dem Alter von fünf Jahren, alle zwei Jahre, Früchte zu tragen, welche im Sommer geerntet werden können. Allerdings erfolgt die Ernte nicht per Hand oder durch maschinelles Rütteln am Baum, da entweder die Verletzungsgefahr aufgrund der Dornen zu hoch ist oder durch Rütteln die Äste beschädigt werden könnten. Somit wartet man bis die Früchte zu Boden gefallen und getrocknet sind, um sie anschließend aufzulesen. Die zweite Methode die begehrten Samen zu erhalten besteht darin zu Warten, bis Ziegen oder Kamele die Früchte gegessen haben und die Samen unverdaut wieder ausscheiden, diese werden gereinigt und ebenfalls zur Ölgewinnung herangezogen.

Nachdem die Samen in der Sonne getrocknet oder sie sanft geröstet wurden, muss die Schale entfernt und die bittere Haut, die die Saat umgibt, abgezogen werden. Es kann eine zweite Trocknung oder Röstung, welche dem anschließend erhaltenen Öl einen leicht nussigen Geschmack verleiht, vorgenommen werden, bevor die Samen per Hand zu einem Brei zermahlen werden. Der ölige Brei wird portionsweise mit lauwarmen Wasser versetzt und aufschwimmendes Öl abdekantiert. Traditionell wird das native Arganöl in Handarbeit von Frauenkollektiven hergestellt. Eingeteilt wird es in drei Klassen: natives Speiseöl, natives Arganöl für Körperpflege und das sogenannte kosmetische Arganöl. Die beiden erstgenannten erhält man durch das aufwendige Verfahren in Handarbeit und sie unterscheiden sich darin, dass das native Speiseöl aus zuvor gerösteten Kernen gewonnen wird und daher den nussigen Geschmack aufweist, wohingegen Arganöl zur Körperpflege aus ungerösteten Kernen erhalten wird. Für die Gewinnung des kosmetischen Arganöls, werden die Früchte großteils nach Europa exportiert und das Öl dort durch industrielles Pressen hergestellt. So gewonnenes Öl ist meist nicht zum Verzehr geeignet, da die bittere Schale oft nur unvollständig entfernt wurde und das Arganöl einen bitteren Geschmack aufweist.

Arganöl ist das teuerste Öl der Welt. Die aufwendige Herstellung und der Einsatz von etwa 50 Kilogramm Früchten um einen Liter Öl zu erhalten, resultiert in Preisen von 20-30€/Liter, Preise nach oben offen. Für die Haltbarkeit des Öls ist die Art der Herstellung essentiell. Das in Handarbeit gewonnene Arganöl weist eine Haltbarkeit von zwei Jahren auf, das durch Pressen gewonnene hingegen nur eine Haltbarkeit von drei bis vier Monaten.

Chemische Zusammensetzung

Arganöl besteht zu 99% aus Acylglyerciden (Gylcerin mit Fettsäuren verknüpft), wovon Trigylceride mit einem Anteil von 95% die Mehrheit darstellen und zu 1% aus unverseifbaren Molekülen wie Carotinoiden, Tocopherolen, Sterolen und Xanthophyllen. Die Fettsäurenzusammensetzung wird von Ölsäure (43-49%), einer einfach ungesättigten omega-9-Fettsäure, und Linolsäure (29-36%), einer mehrfach ungesättigten omega-6-Fettsäure dominiert. Die Vermutung liegt nahe, dass die positiven pharmakologischen Eigenschaften des Arganöls durch diesen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren hervorgerufen werden. Weitere Fettsäurekomponenten des Arganöls sind die gesättigten Fette Palmitinsäure (11-15%) und Stearinsäure (4-7%). Das ergibt einen Gesamtgehalt an ungesättigten Fetten des Arganöls von 80%. Ölsäure zählt zu der Gruppe der MUFAs (mono unsaturated fatty acids) und Linolsäure zu der Gruppe der PUFAs (poly unsaturated fatty acids).

Es konnte schon mehrfach in Studien gezeigt werden, dass durch Verzehr dieser Fette eine Reduktion der Blutfettwerte Cholesterin, LDL-Cholesterin und Triglyceride erreicht werden konnte. Auch von positiven Effekten von PUFAs auf Personen mit Herzrhythmusstörungen oder Patienten mit Epilepsie wurde 2015 in Studien schon berichtet. Allerdings weisen viele Öle einen ähnlich hohen Gehalt an ungesättigten Fetten auf, sodass die Wirkung, die Arganöl von den anderen Ölen distanziert, der Zusammensetzung der geringen Menge von unverseifbaren Molekülen zugeschrieben wird. Zum Beispiel unterstützt die Vielzahl an Phytosterolen als Radikalfänger das Immunsystem. Auch hat Arganöl einen etwa doppelt so hohen Gehalt an Tocopherolen als das ebenfalls gesunde Olivenöl. Diese Tocopherole wirken stark antioxidativ und arbeiten als Radikalfänger. Gamma-Tocopherol ist der effizienteste Radikalfänger unter den Tocopherolen und stellt 70% des Tocopherolgehalts des Arganöls dar.

Geschichte

Im Südwesten von Marokko schon jeher gewachsen wurde der Arganbaum schon in den Schriften von Ibn en Beithas 1219 beschrieben und in den Aufzeichnungen von Captain James Riley im Jahre 1817 erstmals namentlich als ’arga tree’ erwähnt, schon damals berichtete er von Verehrung des Arganöls durch die einheimische Bevölkerung. 1911 wurde der lateinische Name Argania spinosa (L.) von Homer Collar Skeels festgelegt und ist bis heute gebräuchlich. Aufgrund der Zerstörung der Arganwälder in der Region um Essaouria während des zweiten Weltkrieges migrierten die Menschen in die Souss Täler, wo die Fauna noch unberührt war. Aufzeichnungen zeigen, dass das Argan-Gebiet samt der Amazigh, der indigenen Bevölkerung der Arganwälder, somit innerhalb von etwa 160 Jahren, 200 km südwärts gewandert ist. Nach 1940 wurden marokkanische Bauern angewiesen ein Zehntel ihres Bodenbesitzes dem Anbau von Pflanzen zur Ölgewinnung, wie etwa der Sojabohne oder Öldistel zu widmen und somit hielten nun auch weitere Öle Einzug in die Küchen der Bevölkerung, die ländliche Bevölkerung jedoch hielt an Arganöl fest. Seitdem sind die Arganwälder Marokkos nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel für Urlauber und ein fixer Arbeitsplatz für die marokkanischen Frauen, sondern auch seit 1998 ein von der UNESCO geschaffenes Biosphären Reservat.

Botanik & Kultivierung

Ursprünglich im Südwesten Marokkos gewachsen, blieben jegliche Versuche den Arganbaum in anderen trockenen Gebieten, außerhalb seiner Heimat, wie Australien, Zypern und Kenia zu kultivieren erfolglos. In den 25 Millionen Jahren seines Bestandes, hat er sich zu einem Überlebenskünstler der trockenen und Wüstenregionen entwickelt. Über längere Trockenperioden hinweg, wirft der Arganbaum sein gesamtes Blätterkleid ab, um übermäßige Verdunstung von Wasser zu vermeiden und verbleibt in einem ruhenden Zustand ohne an Kraft zu verlieren, um anschließend, zu besseren Zeiten, wieder aufzuerstehen. Botanisch ist der Arganienbaum Argania spinosa (L.) Skeels die einzige Art der Gattung Argania, welche zu der Übergruppe der Sapotaceae oder dt. Sapotengewächse oder auch Breitapfelgewächse zählt. Bis zu 21 Meter, üblicherweise aber vier bis acht Meter, kann der Arganbaum an Höhe erreichen, während seine Blätterkrone einen Durchmesser von zehn bis 14 Metern erreicht.

Der Stamm und ältere Äste haben ein raues, narbiges Erscheinungsbild und weisen oft grobe Risse auf. Die einzeln oder in Büscheln wachsenden Blätter der dornenbewachsenen Zweige, sind klein, ledrig und je nach Alter wechselt ihre Farbe von hellem zu dunklem Grün. In den Blattachsen sitzen die etwa fünf Millimeter großen, grünlichen Blüten, mit einer Blütezeit im Frühling, manchmal einer zweiten im Herbst. Die Früchte mit einer Erntezeit von Juni bis September sind olivengroß und oval. Ihre Farbe ist zu beginn grün und wechselt zu gelb, wenn diese reif sind. In ihnen enthalten sind ein bis drei dunkelbraune bis schwarze Samen, die von leicht süßlichen, aber für Menschen ungenießbaren, Fruchtfleisch und einer gummigen, bitteren, äußeren Fruchtschale umgeben sind. Die für die Ölgewinnung herangezogenen Kerne sind zusätzlich von einer etwa zwei Millimeter dicken und und ebenfalls bitter schmeckenden Schale umgeben, welche 16 mal härter als jene der Haselnuss ist.