Birkenteeröl Wirkung, Andwendung, Qualität & Kaufempfehlung

Produktvergleich zuletzt aktualisiert am 01.10.2020
Autor: Dr. Annika Mix
Datum: 01.10.2020
Lesezeit: 5:10 min

Birkenteeröl ist zwar kein wirkliches Öl, stellt aber ein natürliches Mittel zu Behandlung von Hauterkrankungen dar.

Bezeichnung Birkenteer
Bot. Name Betula pendula
Synonyme
Eng. Name birch tar oil
Herkunft Nordeuropa, Russland
Preis pro 10ml 4,70

Innere Wirkung

Aufgrund seines hohen Gehaltes an Phenolen ist Birkenteeröl toxisch und nicht für die innere Aufnahme geeignet. Anstelle dessen entfalten die wertvollen Inhaltsstoffe der Birke ihre innere Wirkung am besten durch Teeaufgüsse der Blätter oder durch das im Frühjahr gesammelte Birkenwasser aus dem angeschlagenen Baumstamm.

Äußere Wirkung

Birkenteeröl wirkt antibakteriell, antifungal, adstringierend und entzündungshemmend. Diese Eigenschaften können zur Behandlung unterschiedlicher, teils chronischer, Hauterkrankungen dazu beitragen, die Symptome zu mildern. So wirkt es bei entzündlichen Hautauschlägen und Ekzemen, sowie bei Akne oder Pilzinfektionen. Auch bei Schuppenflechte (psoriasis) kann Birkenteeröl helfen, akute Symptome zu lindern. Dabei wird die Haut durch die Behandlung beruhigt und Schmerzen oder Juckreiz verringern sich. Ebenso juckende und stark schuppende Kopfhaut kann von der Wirkung des Birkenteeröls profitieren. Wodurch sich letztlich auch das Erscheinungsbild der Haare bessert.

Nebenwirkungen

Birkenteeröl ist toxisch und daher nur für den äußeren Gebrauch geeignet. Auch hier ist es durch seinen hohen Phenolgehalt mitunter stark reizend und sollte bei empfindlicher Haut nicht pur verwendet werden. Bei einer aktuellen Behandlung der Haut mit kortisonhaltigen Präparaten ist von der Verwendung von Birkenteeröl abzusehen.

Eine Allergie gegen Birkenpollen kann zu Problemen in der hautverträglichkeit von Birkenteeröl führen. Sollten Sie allergisch sein, ist es daher ratsam, das Öl zunächst an einem kleinen Hautareal auszuprobieren.

Anwendung

Zur Anwendung bei Hautproblemen

Bei akuten Entzündungen, Reizungen oder juckenden Ausschlägen kann Birkenteeröl tropfenweise auf die Haut gegeben und einmassiert werden. Sollte das Öl zu einem unangenehmen Hautgefühl führen, so verwenden Sie es besser 1:1 oder 1:2 verdünnt in einem Trägeröl, z.B. Olivenöl. Spätestens nach 2 Stunden sollte das entsprechende Hautareal mit einer Seife abgewaschen werden. Ebenso kann das Birkenteeröl auch auf juckender und gereizter Kopfhaut angewendet werden. Eine gesunde Kopfhaut spiegelt sich schnell in gesundem Haar wieder.

Als Inhaltsstoff in kosmetischen Produkten

Birkenteeröl findet sich als Bestandteil in einigen Cremes, Salben, Shampoos und Seifen wieder. Der Gehalt liegt hier bei maximal 10%. Hierbei handelt es sich zumeist um Produkte, die bei unreiner und entzündeter Haut Anwendung finden und auch auf die Inhaltsstoffe des Birkenteeröls zurückgreifen. Bei Seifen und Parfums, dient Birkenteeröl zumeist als Aromastoff. Es kann dem Endprodukt eine würzige Rauchnote verleihen.

Zur Abwehr von Schädlingen

Das rauchige Holzaroma das Birkenteeröls vertreibt unterschiedliche Insekten und Schädlinge. Hierzu muss das Öl dorthin getropft oder gepinselt werden, wo Insekten vertrieben werden sollen, beispielsweise an einer Ameisenstraße oder in der Umgebung von gelagerten Lebensmitteln. Einen bis zu mehrere Monate anhaltenden Effekt erzielen Sie, wenn Sie Birkenteeröl 1:1 mit Vaseline mischen und dieses Gemisch auf Holz schmieren.

Herstellung

Birkenteeröl wird in zwei Schritten aus der Rinde von Hängebirken hergestellt. Zunächst wird aus der abgeschälten Rinde Birkenteer hergestellt. Dies geschieht durch Trockendestillation, auch Pyrolyse genannt. Hierbei wird die Birkenrinde so stark erhitzt, dass die chemischen Verbindungen gespalten werden. In der Regel werden Temperaturen zwischen 340 und 400°C verwendet. Durch den Ausschluss von Sauerstoff wird dabei eine Verbrennung verhindert. Das so hergestellte Birkenteer ist eine klebrige schwarzbraune Masse, die nun zur Gewinnung des Birkenteeröls abdestilliert wird. Dabei handelt es sich um eine dunkle Flüssigkeit, die zwar oftmals so bezeichnet wird, chemisch betrachtet aber kein ätherisches Öl darstellt.

Inhaltsstoffe

Die Hauptinhaltsstoffe von Birkenteeröl sind Phenole, wie Kresol, Xylenol oder Guajacol. Phenole sind aromatische Alkohole und wirken stark reizend auf der Haut. Bei hohen Konzentrationen können sie sogar ätzend wirken. Innerlich angewendet sind Phenole toxisch. Kresole wirken bakterizid, fungizid und insektizid und werden häufig in Desinfektionsmitteln verwendet. Xylenole haben zusätzlich dazu stark antioxidative Eigenschaften. Guajacol ist ein stark rauchig riechender Aromastoff, der in der Medizin als Wirkstoff in Hustenlöser verwendet wird. Außerdem finden sich im Birkenteeröl Brenzcatechin, das ebenfalls stark antimikrobiell und antioxidativ wirkt, sowie das für Birken typische Betulin. Dabei handelt es sich um ein pentacyclisches Triterpenen, das antientzündliche Eigenschaften aufweist und seit 2016 innerhalb der EU als Wirkstoff bei Hauterkrankungen zugelassen ist.

Geschichte

Birkenteer ist ein natürlicher Klebstoff und wurde schon in der Steinzeit von den Menschen für den Bau von Werkzeugen oder Gebäuden verwendet. Auch als Dichtmaterial für Gefäße und Boote spielte Birkenteer schon sehr vor vielen tausend Jahren eine Rolle.

Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich Juchtenleder zu einem wichtigen Exportgut Russlands. Dieses Leder wurde nach der Fertigung mit Birkenteeröl eingerieben und wurde durch diese Behandlung nicht nur sehr geschmeidig, sondern vor allen Dingen annähernd komplett wasserabweisend. In ganz Europa wurde dieses Leder zur Herstellung von Stiefeln, Satteln, Geldbörsen und Bucheinbänden verwendet.

Ab dem Mittelalter wurde Birkenteer auf entzündete Haut und kleinere Wunden aufgetragen. Im Jahre 1927 entwickelte der russische Chirurg Alexander Vishnevsky ein zähflüssiges Einreibemittel auf der Basis von Birkenteer. Während des Zweiten Weltkrieges wurde es in der russischen Armee weit verbreitet bei Wunden unterschiedlichster Art verwendet, um sie zu desinfizieren. Viele Jahre später wurde gezeigt, dass eine länger dauernde Verwendung von Birkenteer auf Wunden und Geschwüren das Hautkrebsrisiko steigern kann. Dennoch wird auch heute noch teilweise Birkenteeröl zu diesem Zwecke verwendet. Allerdings ist herstellungsbedingt die Zusammensetzung heute etwas anders, wodurch es deutlich weniger bedenklich ist. Außerdem wird es in der Regel in deutlich geringeren Mengen und über einen kürzeren Zeitraum angewendet.

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Botanik

Die Hängebirke (Betula pendula) wird auch Sandbirke oder Weißbirke genannt. Der bis zu 25 Meter hohe Baum ist durch die typische weiße Glattrinde leicht den Birken zuzuordnen. Die weiße Farbe der Rinde entsteht durch eingelagertes Betulin und schätzt des Holz des Stammes vor Schädigungen durch Sonneneinstrahlung. Im Laufe des Lebens platzt die dünne weiße Schicht allerdings auf und lässt die dunkle darunterligende Borke deutlich erkennen. Die Hängebirke hat eine sehr typische Wuchsform, die durch herabhängende Äste gut charakterisiert werden kann. Sie blüht in den Monaten April und Mai und wird durch den Wind bestäubt. Durch diesen Mechanismus befinden sich zum Leidwesen vieler Allergiker in dieser Zeit unzählige Birkenpollen in der Luft. Aus den bestäubten Blühten entstehen kleine Nüsschen, die im August und September wiederum vom Wind verbreitet werden und bei guten Wachstumsbedingungen sofort auskeimen.

Hängebirken kommen besonders häufig in den Mischwäldern Sibiriens und Skandinaviens vor, stellen aber auch in Mitteleuropa ein besonders erfolgreiches Pioniergehölz dar. Seine Kultivierung erfolgt in der ersten Linie für das Holz.

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