Lachsöl Wirkung, Andwendung, Qualität & Kaufempfehlung

Produktvergleich zuletzt aktualisiert am 01.10.2020
Autor: Dr. Annika Mix
Datum: 01.10.2020
Lesezeit: 12:56 min

Lachsöl ist ein bekannter Lieferant wertvoller Omega-3-Fettsäuren, die für den Menschen lebenswichtige Nährstoffe darstellen.

Bezeichnung Lachs
Bot. Name
Synonyme
Eng. Name salmon
Herkunft
Preis pro 10ml

Innere Wirkung

Lachsöl ist ein Nahrungsergänzungsmittel, welches die essentiellen Omega-3-Fettsäuren Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA) enthält. Diese Säuren können vom Menschen nicht selbst hergestellt werden, sondern müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Neben diesen beiden, die grundsätzlich nur in Meeresorganismen vorkommen, gibt es eine weitere Omega-3-Fettsettsäure: Alpha-Linolensäure (ALA). Sie kommt in den meisten Pflanzen vor und ist besonders in Leinöl hoch konzentriert. ALA kann zum Teil in DHA und EPA umgewandelt werden. In der Regel reicht dieser Weg aber nicht aus, um den tatsächlichen Bedarf zu decken.

Wirkung auf die Sehkraft

Omega-3-Fettsäuren werden für den Aufbau und die normale Funktionsweise der menschlichen Netzhaut benötigt. Sie besteht zu etwa 60 % aus verschiedenen ungesättigten Fettsäuren. Um eine gesunde Sehkraft zu gewährleisten, muss dem Menschen zeitlebens ausreichend Omega-3 zur Verfügung stehen. Ein Mangel kann zu ihrer Beeinträchtigung führen. Auch einige Erkrankungen des Auges stehen scheinbar in direktem Zusammenhang mit der Omega-3-Versorgung. So zeigte eine Studie aus dem Jahr 2011, dass Menschen, die sich zeitlebens fischreich ernähren, mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit eine altersbedingte Makuladegeneration entwickeln. Hierbei handelt es sich um eine alterstypische Augenkrankheit, die zur Erblindung führen kann und von der in Deutschland etwa 4 Millionen Menschen betroffen sind. Die Forscher fanden weiterhin heraus, dass die beiden Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA für diesen Effekt ausschlaggebend waren. Wer sich nicht ausreichend mit Fisch ernährt, kann dieses Defizit also durch eine regelmäßige Einnahme von Lachsöl korrigieren, das diese beiden Stoffe enthält.

Für das Gehirn

Omega-3-Fettsäuren sind von unmittelbare Bedeutung für die gesunde Entwicklung des Gehirns. Vor allen Dingen aus diesem Grunde wird Schwangeren geraten, eine tägliche Zufuhr von mindestens 200 Milligramm DHA zu gewährleisten. Auch im späteren Verlauf des Lebens spielen Omega-3-Fettsäuren eine Rolle für die gesunde Funktionsweise des Gehirns. Wie genau diese aussieht ist allerdings unklar. Vielerorts wird eine Steigerung der Konzentrationsfähigkeit oder eine beruhigende Wirkung gerade bei Kindern mit ADHS angepriesen. Für derlei Aussagen gibt es allerdings keine aussagekräftigen wissenschaftlichen Belege. So hat die europäische Kommission bereits im Jahr 2009 Versprechungen auf Verpackungen nicht zugelassen, wonach Omega-3-Fettsäuren zur Beruhigung, Gelassenheit, Konzentration, Lernfähigkeit und Denkfähigkeit von Kindern beitragen würden. Dies gilt insbesondere auch im Zusammenhang mit ADHS.

Anders ist die Situation bei Demenzerkrankungen. Eine Studie aus dem Jahr 2016 konnte einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen DHA-Spigel im Blut älterer Menschen und vermehrten ersten Anzeichen für pathologische Veränderungen im Gehirn herstellen, die auf die Alzheimer Krankheit deuten lassen. Es scheint, ähnlich, wie bei der Studie zur Makuladegeneration, dass eine ausreichende lebenslange Aufnahme von Omega-3 besonders im Alter wichtig für den Erhalt der Gesundheit bzw. hier der gesunden Funktion des Gehirns ist.

Gegen chronische Entzündungen

Lachsöl wirkt entzündungshemmend. Die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren reduzieren vor allen Dingen die Produktion von C-reaktivem Protein in der Leber. Dieses Protein ist Teil des unspezifischen Immunsystems und Verantwortlich für eine Kaskade von Entzündungsreaktionen, die nun unterbrochen, bzw. reduziert wird. Auf diese Weise unterstützen die Omega-3-Fettsäuren aus dem Lachsöl des Abklingen von rheumatischen Beschwerden oder anderen chronischen Entzündungen. Obwohl die positive Wirkung von DHA und EPA auf chronische Entzündungen in mehreren Studien belegt werden konnte, zeigt eine neuere Studie, dass das Risiko eine rheumatische Erkrankung überhaupt erst zu entwickeln, nicht mit der Aufnahme der Omega-3-Fettsäuren korreliert. Die Wirkung ist also auf die Symptome beschränkt.

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Bei schlechten Blutfettwerten

Lachsöl kann dazu beitragen die Blutfettwerte in einen gesunden Normbereich zu bringen, wenn sie aus dem Ruder gelaufen sind. Ein zu hohes Maß an „schlechtem“ Cholesterin kann dazu führen, dass Ablagerungen an den Gefäßwänden entstehen, die eine Gefäßverengung, eine Arteriosklerose, verursachen. Diese Erkrankung, die hauptsächlich an den Herzkranzgefäßen vorkommt, begünstigt einen Infarkt oder einen Schlaganfall dramatisch. Die Atheriosklerose ist eine Zivilisationskrankheit, die zumeist die Folge eines ungesunden Lebenswandels ist und heute die weltweit häufigste Todesursache darstellt.

Bereits in den 1990er Jahren konnten Studien zeigen, dass Lachsöl den Cholesterinspiegel bei Patienten mit hohen Blutfettwerten normalisieren kann. Diese Wirkung konnte direkt auf die im Öl enthaltenen Omega-3-Fettsäuren zurückgeführt werden.

Äußere Wirkung

Die äußere Wirkung des Lachsöls findet sich weniger bei Menschen, als bei der Anwendung bei Tieren. Lachsöl wird klassischerweise Haustieren, wie Hunden und Katzen, aber auch Pferden, verabreicht mit dem Ziel, die Gesundheit des geliebten Tieres zu unterstützen. Grundsätzlich sind die Wirkmechanismen insgesamt denen beim Menschen sehr ähnlich, aber bei den Tieren gibt es einen Nebeneffekt: ein schönes glänzendes Fell. Auch wenn das schöne Fell zumeist nicht der Hauptgrund der Verabreichung von Lachsöl ist, so wird es dennoch oftmals vermehrt in der Zeit des Fellwechsels beigefüttert.

Nebenwirkungen

Grundsätzlich und bei ordnungsgemäßer Anwendung ist Lachsöl frei von Nebenwirkungen. Einige Hundebesitzer beobachten bei ihren Vierbeinern allerdings eine Art Unverträglichkeit, die sich in Durchfall widerspiegelt. Auch einige Menschen klagten über Bauchweh nach der Einnahme, dessen Ursachen nicht vollständig geklärt sind. Um sicher zu sein, dass Sie oder Ihr Tier an keiner Unverträglichkeit leiden, sollten Sie sich also zunächst langsam an die Verwendung von Lachsöl herantasten. Experten gehen allerdings davon aus, dass die genannten Beschwerden keine wirkliche Unverträglichkeit darstellen, sondern Symptome einer zu hohen Dosierung sind.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass eine anhaltende zu hohe Dosierung der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA zu gesundheitlichen Problemen führen kann. So können bei einer übermäßigen Aufnahme Störungen der Blutgerinnung auftreten. Auch Übelkeit und Erbrechen können Folgen einer zu hohen Aufnahme sein. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass bei Diabetikern die Blutzuckerwerte insgesamt instabiler sind und, dass das Immunsystem nachteilig beeinflusst werden kann. Verbraucher sollten daher bedenken, dass zusätzlich zur Omega-3-Kapsel auch über die Nahrung EPA und DHA aufgenommen wird und die aufgenommenen Menge daher faktisch höher liegt, als bei der bloßen Dosis der Kapsel.

Die europäische Lebensmittelbehörde empfiehlt aus diesem Grunde erwachsenen Menschen eine tägliche Dosis von 5 g EPA und DHA nicht zu überschreiten. Diese Angabe findet sich auch auf vielen Verpackungen von Fischöl. Allerdings schätzt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), dass eine tägliche Aufnahme von bis zu 127 bis 295 mg EPA und DHA, wie sie bei einer ausgewogenen Ernährung erfolgt, absolut ausreichend ist, um den Bedarf zu decken. Eine Zusätzliche Supplementierung würde bereits dann die Gefahr einer Überdosierung bergen.

So sei bereits schon ab einer regelmäßigen täglichen Einnahme von 1,5 g EPA die Blutungsgefahr deutlich erhöht, da diese Menge bereits blutverdünnend wirkt. Ebenso seien schon bei dieser Menge negative Einflüsse auf das Immunsystem zu beobachten, wodurch der Konsument anfälliger für Infektionen ist. Dies beträfe besonders ältere Menschen, die zum einen grundsätzlich ein höheres Infektionsrisiko besitzen und zum anderen oftmals Omega-3-Kapseln verwenden, weil sie angeblich vor Demenz schützen sollen.

Da die Omega-3-Fettsäuren des Lachsöls eine Auswirkung auf die Fließeigenschaften des Blutes haben können, ist besondere Vorsicht geboten, wenn Sie blutverdünnende Medikamente, bzw. Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung einnehmen. Eine regelmäßige Einnahme von Lachsöl-Kapseln sollten Sie in diesem Falle mit Ihrem behandelnden Arzt abklären.

Anwendung

Lachsöl wird zumeist in Kapselform als Nahrungsergänzungsmittel angewendet. Dabei ist grundsätzlich zu beachten, dass es sich bei den wirksamen Inhaltsstoffen, den Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, um wichtige Nährstoffe handelt, die der menschliche Körper für seine normale Funktion benötigt. Ein Mangel an diesen Nährstoffen führt entsprechend zu Störungen der natürlichen Abläufe. In diesem Rahmen kann eine Zugabe z.B. in Form von Lachsöl helfen, den Mangel zu beheben und somit die normale Funktion wieder herzustellen.

Lachsöl ist kein Medikament, das zur Behandlung bestimmter Krankheiten in Selbstmedikation verabreicht werden sollte. Es handelt sich um ein Lebensmittel, welches von essentieller Bedeutung für den Menschen ist, darüber hinaus aber nicht additiv wirkt. Das bedeutet, dass wenn ein gesunder Omega-3-Spiegel im Blut vorliegt, ob mit Lachsöl oder ohne, dass der Stoffwechsel von diese Warte aus normal und gesund läuft. Mehr Omega-3 wirkt nicht weiter verbessernd, sondern kann im Gegenteil zu einer Überdosierung führen.

Ob durch die Ernährung genug Omega-3 aufgenommen wird, kann letztlich nur bei einer Blutuntersuchung festgestellt werden. Es ist allerdings davon auszugehen, dass Menschen in küstenfernen Gebieten grundsätzlich eher zu wenig aufnehmen. Ein Mangel führt zu unterschiedlichen Symptomen, wie Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche oder Problemen mit der Sehkraft. Im Jahr 2016 verglichen Forscher Blutwerte von Menschen aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt in Bezug auf deren Spiegel an Omega-3-Fettsäuren.

Dabei zeigte sich, das vor allen Dingen in Mitteleuropa die Werte im Durchschnitt zu niedrig waren. Das liegt daran, dass in diesen Regionen Meeresfische eher selten auf dem Speiseplan stehen. Je weiter sich die Menschen von der Küste entfernen, desto mehr Fleisch konsumieren sie anstelle von Fisch. Die gesundheitlichen Folgen dieser Ernährung sind Vielseitig, könnten aber durch Supplementierung von Omega-3 teilweise reduziert werden.

Lachsölkapseln sind gebrauchsfertige Nahrungsergänzungsmittel, die zumeist in Form von Tagesdosen angeboten werden, also eine Kapsel pro Tag. Dabei kann diese Tagesdosis durchaus unterschiedlich ausfallen, da die einzelne Produkte unterschiedliche Mengen der Omega-3-Fettsäuren enthalten. Dies liegt nicht zuletzt auch an der Qualität des verwendeten Öls. Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass unabhängig von der genauen Einzeldosis, diese Präparate niemals so hoch dosiert sind, dass Sie eine Überdosierung riskieren, solange Sie sich an die angegebe Dosierung halten.

Das gilt auch dann, wenn sie tatsächlich keinen Omega-3-Mangel haben würden. In einem solchen Fall wäre die Einnahme mit großer Wahrscheinlichkeit aber dann sinnlos. Für eine wirklich exakte Dosierung sollte zunächst der tatsächliche Bedarf medizinisch geklärt und auch mit Ihrem Speiseplan abgestimmt werden. Wenn Sie lieber flüssiges Lachsöl für sich verwenden möchten, so sollten Sie eine Menge von einem Esslöffel pro Tag nicht überschreiten. Für welche Darreichungsform Sie sich auch entscheiden, die Einnahme sollte stets zu den Mahlzeiten erfolgen, um die bestmögliche Aufnahme zu garantieren.

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Anwendung bei Tieren

Üblicherweise bekommen Hunde, Katzen oder auch Pferde Lachsöl in ihr Futter gemischt. Wie beim Menschen auch, dient es der Nahrungsergänzung und ist nicht zwingend notwendig, wenn das Tier ansonsten ausgewogen ernährt wird. Vielen hochwertigen Fertigfutterprodukten für Hunde sind Omega-3-Säuren zugesetzt, Katzen bekommen von einigen Besitzern regelmäßig Fisch und Pferde nehmen über ihr Grünfutter in der Regel genügend Omega-3-Säuren auf, um ihren Bedarf zu decken. Der Stoffwechsel von Pferden ist grundsätzlich auf eine pflanzliche Nahrung ausgelegt und benötigt die Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA nicht zwingend von außen. Wie auch der Mensch kann das Pferd die pflanzliche Omega-3-Fettsäure alpha-Linolensäure (ALA) in das benötigte DHA und EPA umwandeln.

Abgesehen vom tatsächlichen Bedarf bewirkt Lachsöl bei den Tieren ein glänzendes Fell und reduziert Schuppenbildung und Juckreiz der Haut. Daher wird besonders während der Zeit des Fellwechsels vermehrt Lachsöl verfüttert. Hierbei muss, wie auch beim Menschen, darauf geachtet werden, eine Überdosierung zu vermeiden. Die gängigen Dosierungen sind:

  • bei Hunden und Katzen: 5 ml Lachsöl pro kg Körpergewicht und Tag
  • bei Pferden: 10 ml Lachsöl pro kg Körpergewicht und Tag

Herstellung

Lachsöl wird aus Lachsen gewonnen. Dabei wird nicht das wertvolle Lachsfilet verwendet, sondern Reste der Produktion, die anders nicht mehr zu verwerten sind. Unter Ausschluss von Sauerstoff werden die Lachsteile erwärmt und gepresst. Das herausgepresste Öl wird abschließend in mehreren Schritten gereinigt. Der Aufwand dieser Reinigung spiegelt sich in der späteren Qualität und dem Preis des Lachsöls wieder.

Lachsöl wird zumeist in Form von Lachsölkapseln vermarktet. Hierfür wird eine definierte Menge des Öls in eine weiche Kapsel gefüllt, die in der Regel aus Gelatine besteht. Durch den luftdichten Verschluss der Kapsel ist das Öl haltbar und kann genau dosiert eingenommen werden. Ein weiterer Vorteil der Kapseln ist die Vermeidung des eher unangenehmen Geschmacks des Lachöls. Die Gelatinekapseln lösen sich erst im Magen auf und umgehen so die Geschmacksknospen im Mund. Es kann allerdings zu fischigem Aufstoßen kommen.

Deutlich seltener wird Fischöl in flüssiger Form angeboten. Hierbei handelt es sich entweder um einen Nahrungsmittelzusatz für Tiere oder um Öle für die Küche. Letztere sind zumeist mit Kräutern oder Zitrone versetzt, um den Geschmack zu verbessern.

Inhaltsstoffe

Lachsöl besteht zu 22 Prozent aus gesättigten, zu 43 Prozent aus einfach ungesättigten und zu 35 Prozent aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Etwa 30 Prozent der im Lachsöl enthaltenen Fettsäuren tragen die wertvollen Omega-3-Fettsäure-Reste und bilden so Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), wobei EPA meist etwas überwiegt. Der genaue Anteil hängt von der Ernährung der Tiere ab und unterliegt daher gewissen Schwankungen.

Neben den Fettsäuren enthält Lachsöl das Carotinoid Astaxanthin, das für die rote Farbe des Lachses, wie auch des Öls verantwortlich ist. Astaxanthin ist ein sehr potentes Antioxidans und kann somit effektiv oxidativen Stress reduzieren. Lachse können Astaxanthin nicht selbst herstellen, sondern müssen es über die Nahrung aufnehmen. Insgesamt wird also schnell deutlich, das die Qualität des Öls mit der Ernährung der Tiere korreliert. Da Wildlachse sich natürlicher ernähren, gilt ihr Öl als qualitativ etwas hochwertiger.

Ein Problem von Fischölen grundsätzlich ist eine mögliche Belastung mit Schadstoffen, wie Dioxinen, PCB oder Schwermetalle. Sowohl Wildlachse als auch Zuchtlachse sind von diesen Belastungen in der Regel gleichermaßen betroffen. Die Tiere nehmen die Stoffe mit der Nahrung auf und speichern sie in ihrem Fettgewebe. Auf diesem Weg gelangen sie letztlich auch in das Lachsöl. Lachse aus Bio-Zuchtanlagen sind deutlich weniger belastet, da ihr Futter strengen Kontrollen unterliegt.

Kultivierung

Die Lachse, die auf unseren Tellern landen, sind die gleichen, dessen Öl auch in Lachölkapseln gefüllt wird. Sie stammen zu etwa 90 Prozent aus der Fischzucht und nur zu einem entsprechend kleinen Anteil von Wildfängen. Die Zuchtanlagen sind in der Regel Meeresgehege, bei denen große Areale durch Netze abgesichert werden. Herkunftsländer für Zuchtlachs sind vor allen Dingen Norwegen und Chile, wobei Chile auf dem europäischen Markt keine besondere Rolle spielt.

Die ersten Zuchtanlagen wurden in den 1960er Jahren eingerichtet und sollten ursprünglich dabei helfen, die Lachsbestände nach jahrelanger Überfischung wieder aufzufüllen. In speziellen Aufzuchtbecken wurden junge Lachse herangezogen und ab einer bestimmten Größe in die Freiheit entlassen. Doch schnell wurde klar, dass es erheblich wirtschaftlicher war, die Lachse direkt zu behalten. Aus den ursprünglichen Aufzuchtbecken wurden teils riesige Fischfarmen in denen jährlich bis zu hundert Millionen Fische heranwuchsen.

Viele dieser Zuchtanlage werden heute stark kritisiert, da sie eine Form der Massentierhaltung darstellen und alle Risiken in sich bergen, die bei dieser Form der Nutztierhaltung auftreten. Dabei müssen Tiere zum Beispiel regelmäßig mit Medikamenten behandelt werden, um Krankheiten in der großen Populationsdichte zu reduzieren. Auch Parasiten, wie die Lachslaus, ein auf Lachse spezialisierter parasitärer Krebs, stellt Zuchtanlagen immer wieder vor große Herausforderungen. Im Jahr 2015 hat sie die Populationen in den Lachsstationen so sehr dezimiert, dass der Lachspreis welweit in die Höhe schoss. Inzwischen werden vermehrt Putzerfische gegen den Parasiten eingesetzt, um vergleichbares Massensterben in den Anlagen zu verhindern. Der Mehraufwand durch die Zucht der Putzerfische schlägt sich aber letztlich auch im Lachspreis nieder.

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Auch die Fütterung der Zuchtfische mit Fischmehl ist nicht unumstritten. Die Lachse benötigen ein angemessenes Futter, das durch Fischmehl kostengünstig geliefert werden kann. Allerdings werden für die Produktion wiederum viele Fische oder auch Krill gefangen und die Meere weiter ausgebeutet. Auch kann Fischmehl mit Umweltgiften belastet sein, die sich letztlich im Lachs und seinem Öl wiederfinden können. In jüngerer Zeit werden vermehrt Algen für die Fütterung der Zuchtfische verwendet, um auf Fischmehl verzichten zu können.

Inzwischen gibt es in Europa auch zahlreiche Bio-Lachsfarmen, die schwerpunktmäßig in Schottland und Irland angesiedelt sind. Hier wird Bio-Lachs nach den Richtlinien der britischen SOIL-Association gezüchtet. Hierzu gehören:

  • geregelte Besatzdichten (10 kg/m³ Wasser)
  • Futter aus nachhaltig zertifizierter Fischerei bzw. aus ökologisch zertifizierter Landwirtschaft
  • Verbot sogenannter Antifoulingmitteln, die die Gehegenetze frei von der Ansiedlung durch Meerestiere halten

Experten gehen allerdings davon aus, dass diese Richtlinien nicht ausreichen, um der ökologischen Problematik der Lachszucht zu begegnen.

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