Arnikaöl
Wirkung, Andwendung, Qualität & Kaufempfehlung

Autor: Dr. Lisa Dinh
Datum: 22.07.2020
Lesezeit: 9:12 min

Arnika ist wohl eine der bekanntesten Heilpflanzen. Ein Großteil ihrer Wirkstoffe finden sich im Arnikaöl wieder.

BezeichnungArnika
Bot. NameArnica montana
Eng. Namemountain arnica
SynonymeBergwohlverleih, Bergarnika
HerkunftMitteleuropa
Preis pro 10ml0,95

Kaufempfehlung

Achten sie beim Kauf unbedingt auf die Qualität des Arnikaöls.

Leider werden auch in Deutschland immer mehr verunreinigte oder bereits stark oxidierte Öle angeboten. Diese können Reizungen auf der Haut verursachen und riechen in stark beißend oder nicht nach Arnikaöl. Das Arnikaöl von Naissance können wir in diesem Fall sehr empfehlen._

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Innere Wirkung

Arnikaöl ist ausschließlich für die äußere Anwendung vorgesehen, dennoch beschränkt sich seine Wirksamkeit nicht nur auf die Hautoberfläche. Die wertvollen Inhaltsstoffe des Arnikaöls wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. So ist es ein klassisches Naturmedikament bei unterschiedlichsten stumpfen Verletzungen, wie Prellungen oder Verstauchungen. Auch Blutergüsse und Beulen können durch eine Behandlung mit Arnikaöl schneller abheilen, weniger Schmerzen bereiten und abschwellen. Es eignet sich für Sportler ebenso wie für gestürzte Kinder.

Seine Wirkung entfaltet sich ebenso gut bei der Behandlung von rheumatischen oder arthritischen Beschwerden, die chronisch sind und mal stärker und mal schwächer auftreten. Arnikaöl kann dabei helfen die chronische Entzündung zu mildern und dadurch die Schmerzen zu reduzieren. Es fördert die Durchblutung und wirkt dadurch wärmend.

Äußere Wirkung

Die entzündungshemmenden Eigenschaften wirken natürlich auch unmittelbar bei verschiedenen Hauterkrankungen, Infektionen oder offenen Verletzungen direkt auf der Hautoberfläche. Hierzu zählen auch entzündliche und schmerzende Insektenstiche. Die Inhaltsstoffe des ätherischen Arnikaöls wirken desinfizierend und keimtötend. Somit kann nicht nur eine bestehende Entzündung gemildert werden, sondern ihr kann auch vorgebeugt werden.

Nebenwirkungen

Die Blüte der Arnika enthält die Giftstoffe Helenalin und Dihydrohelenalin, die sich im ätherischen Öl in sehr hohen Konzentrationen wiederfinden. Auch wenn käuflich erworbenes Arnikaöl nur geringe Mengen dieses ätherischen Öls enthält, so ist es doch so giftig, dass es nicht zur inneren Anwendung verwendet werden darf. Mögliche Folgen wären eine Störung der Herzfunktion und eine Destabilisierung des Kreislaufs.

Diese beiden genannten Inhaltsstoffe sind aber nicht nur als toxisch einzustufen, sondern auch als potente Allergene. Allergien gegen Arnika sind nicht besonders häufig, aber stets auf diese Substanzen zurück zu führen. Daher sollten Sie vor der großflächigen Anwendung auf der Haut das Arnikaöl zunächst an einem kleinen Hautareal ausprobieren und schauen, ob sie empfindlich darauf reagieren.

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Anwendung

Aufgrund einiger giftigen Inhaltsstoffe in Arnikaöl ist es ausschließlich für die äußere Anwendung vorgesehen. Sehr häufig wird es als Massageöl verwendet und kann auch direkt als solches erworben werden. Durch die Massage wird das Öl relativ großflächig auf schmerzende Muskeln aufgetragen. Es fördert die Durchblutung und lindert die Beschwerden. Besonders nach intensiven Trainingseinheiten kann eine Muskelmassage mit Arnikaöl Muskelschmerzen vorbeugen. Punktuelle Massagen bzw. Einreibungen von schmerzenden Gelenken helfen bei rheumatischen oder arthritischen Beschwerden.

Das wiederholte Einreiben mit Arnikaöl hilft bei stumpfen Verletzungen wie Prellungen oder Verstauchungen. Durch die Steigerung der Durchblutung können die antientzündlichen und schmerzlindernden Wirkstoffe besser aufgenommen und verteilt werden.

Klassischerweise wird Arnika für tiefer liegende Beschwerden herangezogen. Es kann aber seine Wirkung auch bei Problemen mit der Haut entfalten. Hierzu können ebenfalls entzündete Hautareale oder auch Ekzeme mit Arnikaöl behandelt werden. Ölige Kompressen helfen bei entzündeten und geschwollenen Insektenstichen ebenso, wie bei dicken Beulen.

Herstellung

Um das ätherische Öl aus den Blüten der Arnika zu gewinnen wird die Methode der Wasserdampfdestillation verwendet. Hierfür werden die Blüten zunächst getrocknet und zermahlen. Anschließend werden sie in einem Destillationskolben mit heißem Wasser übergossen, das die leicht flüchtigen ätherischen Öle nach oben steigen lässt. Dort werden sie von eingeleitetem Wasserdampf in ein zweites kühles Gefäß getragen, in dem es wieder zur Flüssigkeit kondensiert. Die ölige Phase stellt das reine ätherische Öl der Arnikablüte dar und kann nun vorsichtig dekantiert werden. Für einen Liter dieses Öls sind schätzungsweise 400 Kilogramm der getrockneten Blüten nötig.

Üblicherweise wird es nicht pur verkauft sondern in fertigen Ölmischungen. Hierzu werden geringe Mengen des ätherischen Öls in einem Trägeröl gelöst. Oftmals wird hierfür Sonnenblumen- oder Olivenöl verwendet. Diese Mischung ist dann das gebrauchsfertige Arnikaöl. Das ätherische Öl findet sich außerdem in Tinkturen und unterschiedlichen Salben oder Cremes.

Einen einfachen Pflanzenauszug aus den Arnikablüten können Sie auch ohne großen Aufwand selbst herstellen. Sammeln Sie hierzu offene Blüten dieser Pflanze und trocknen Sie sie über 1 bis 2 Wochen. Anschließend legen Sie sie in einem geeigneten Trägeröl ein. Das kann ein ein günstiges Sonnenblumenöl oder ein hochwertiges Mandelöl sein. Im Laufe von bis zu 4 Wochen lösen sich die öligen Anteile aus den getrockneten Blüten und gehen in das Trägeröl über. In der Zeit sollten sie das Öl regelmäßig vorsichtig schütteln. Zum Schluss filtrieren sie das Öl durch ein dünnes Baumwolltuch oder einen Filter, um die restlichen Blütenanteile zu entfernen.

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Arnikasalbe selbst herstellen

Anstelle eines Öls können Sie auch Salben verwenden, die das ätherische Öl der Arnika enthalten. Solche Salben können Sie fertig kaufen, aber auch ganz einfach selbst herstellen. Da Salben im Grunde nur aus Fetten bestehen, benötigen Sie ein Fett, dass dem Arnikaöl eine streichbare Konsistenz verleiht. Hierfür eignen sich feste Fette und Wachs sehr gut. Eine Mögliche Mischung bestünde aus folgenden Zutaten:

  • 60 ml Arnikaöl
  • 60 g Sheabutter
  • 10 g Bienenwachs

(grundsätzlich können Sie auch andere feste Fette und Wachs verwenden; achten Sie auf das Mengenverhältnis)

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Schmelzen Sie in einem Wasserbad das Bienwachs und die Sheabutter bis sie sich gut vermengen lassen. Achten Sie darauf den Schmelzpunkt des Bienwachses, der bei etwas über 60°C liegt, nicht zu sehr zu übertreffen, da wertvolle Inhaltsstoffe sonst zerstört werden können. Wenn beide Fette flüssig sind geben Sie das erwärmte Arnikaöl hinzu und vermischen alles gründlich miteinander. Füllen Sie die Mischung in ein Gefäß in dem sie langsam abkühlen kann und mischen Sie immer wieder vorsichtig durch. Die fertige abgekühlte Salbe können Sie in einem geschlossenen Gefäß bewahren und etwa 6 Monate lang verwenden.

Sollten Sie mit der Konsistenz nicht zufrieden sein, so können Sie alles nochmal erwärmen und Öl, Fett oder Wachs nach Bedarf hinzu fügen. Sheabutter wird von der Haut besser aufgenommen, Bienenwachs bildet einen schützenden Film.

Inhaltsstoffe

Das ätherische Arnikaöl enthält als Hauptwirkstoff Sesquiterpenlactone in veresterter Form, insbesondere Helenalin- und Dihydrohelenalin-Ester. Diese Verbindungen wirken entzündungshemmend und antimikrobiell, sind allerdings bei innerer Anwendung stark giftig. Aufgrund dieser Toxizität sollten Tinkturen und Auszüge aus Arnikablüten niemals eingenommen werden. Auch Arnikablüten im Tee können zu Vergiftungen führen, die sich insbesondere auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Neben diesen Substanzen enthält ätherisches Arnikaöl Thymol und Thymolmethylether, die stark desinfizierend, bakterizid und fungizid wirken.

Da ätherisches Arnikaöl stets in einem Trägeröl gelöst wird, kommen bei dem jeweiligen Produkt noch entsprechende Inhaltsstoffe des verwendeten Trägeröls hinzu, die an dieser Stelle außer acht gelassen werden.

Geschichte

Da Arnika aus dem mitteleuropäischen Raum stammt, war sie in der Antike nicht nachweislich bekannt. Die frühesten Aufzeichnungen über die Pflanze stammen von der der Äbtissin und Universalgelehrten Hildegard von Bingen, die im 12 Jahrhundert umfangreiche Schriften über Naturheilkunde verfasste. Ab dem 18. Jahrhundert wurde Arnika nachweislich weit verbreitet als medizinische Heilpflanze verwendet. Das Anwendungsspektrum reichte von Blutergüssen und allgemeinen Verletzungen über Krampfadern Gicht und Rheuma bis hin zu einem Abtreibungsmittel.

Heutzutage wird Arnika in erster Linie zur äußeren Behandlung von Verletzungen und Muskelbeschwerden verwendet. Die innere Anwendung ist nur im Bereich der Homöopathie zugelassen.

Die Echte Arnika wurde im Jahr 1986 zur Blume des Jahres und im Jahr 2001 zur Arzneipflanze des Jahres 2001 gewählt.

Botanik

Die Echte Arnika (Arnica montana) gehört zur Familie der Korbblütler. Das ausdauernde Kraut ist in Mitteleuropa bis zu einer Höhe von 2800 Meter zu finden und bevorzugt saure und kalkarme Wiesen. Es erreicht eine Wuchshöhe von 20 bis 60 Zentimeter und breitet sich durch unterirdische Ausläufer, sogenannte Rhizome, schnell aus.

Der Stängel der Arnika ist meist unverzweigt und besitzt ein bis zwei (dann gegenständige) Blätter. Dieses Merkmal der Gegenständigkeit ist unter den Korbblütlern eher ungewöhnlich und ein sehr guter Anhaltspunkt, um Arnika auch sicher zu erkennen. Gegenständigkeit bedeutet dass die einzelnen Blätter versetzt am Stängel sitzen, also dass niemals 2 Blätter direkt gegenüber liegen, wie es zum Beispiel bei Sonnenblumen der Fall ist.

Arnika blüht von Mai bis August in den für die Familie typischen körbchenförmigen Blütenständen. Hierbei ordnen sich eine Vielzahl von leuchtend gelben Blüten kreisförmig an und bilden scheinbar eine einzige große Blüte. Dabei sind die Blüten des äußeren Blütenrings deutlich länger und treten als scheinbare Kelchblätter auf. Ein klassisches Beispiel für einen Korbblütler ist der Löwenzahn. Die dicke gelbe Blüte dieser Blume besteht eigentlich aus sehr vielen kleinen Blüten. Das wird deutlich, wenn sich die Schirmchen der Pusteblume entwickeln. Aus jeder Blüte entsteht nämlich nur ein einziger Samen.

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Die Bestäubung der Arnika erfolgt hauptsächlich durch Bienen und Schmetterlinge. Aus den Blüten entstehen kleine Samen mit einem Flugschirmchen, dem sogenannten Pappus. Dieser spreizt sich bei Trockenheit, ähnlich wie beim Löwenzahn, auf und trägt den Samen mit dem Wind davon.

In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern steht die Echte Arnika auf der roten Liste der bedrohten Arten, daher darf sie auf keinen Fall gepflückt werden, wenn sie irgendwo wild wächst. Es ist aber natürlich jedem gestattet Arnika im eigenen Garten anzubauen und dort nach belieben zu ernten. Sollten Sie also Arnikaöl selbst herstellen wollen, dann müssen Sie entweder auf selbst gepflanzte Blumen zurückgreifen oder getrocknete Blüten kaufen.

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Kultivierung

Da Arnika in vielen europäischen Ländern unter Naturschutz steht und auf großen Flächen schwer zu kultivieren ist, werden die Blumen für den Marktbedarf zumeist in Ländern wild gesammelt, in denen die Pflanze (noch) nicht bedroht ist. Große Naturheilmittelhersteller stehen deshalb bereits in Kritik.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, dass der Artenschutz beachtet wird, dann können Sie Arnika in ihrem eigenen Garten kultivieren und selbst erstellte ölige Pflanzenauszüge aus diesem Heilkraut herstellen. Hierzu müssen sie einige Anforderungen der Pflanze beachten:

  • sonniger Standort
  • saurer bis PH-neutraler Boden
  • wenige Nährstoffe

Zum Anzüchten eignet sich Rhododendronerde, da sie die nötigen Ansprüche erfüllt. Im Freiland sollte Arnika keinesfalls gedüngt werden, da sonst die Wurzeln Schaden nehmen können. Nur der PH-Wert des Bodens muss stimmen. Arnika benötigt auch in den Sommermonaten wenig Wasser und kommt gut mit längeren Trockenperioden zurecht. Die Staude ist winterhart und benötigt keinen besonderen Frostschutz.

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