Bienenwachs
Wirkung, Andwendung, Qualität & Kaufempfehlung

Autor: Dr. Lisa Dinh
Datum: 11.06.2020
Lesezeit: 16:9 min

Honig ist nicht das einzige wertvolle Produkt der fleißigen Bienen. Auch im Bienenwachs steckt ein erstaunliches Potential.

BezeichnungBienenwachs
Eng. NameBeeswax

Kaufempfehlung

Achten sie beim Kauf unbedingt auf die Qualität des Bienenwachss. Leider werden auch in Deutschland immer mehr verunreinigte oder bereits stark oxidierte Öle angeboten. Diese können Reizungen auf der Haut verursachen und riechen in stark beissend oder nicht nach Bienenwachs. Das Bienenwachs von Promora können wir in diesem Fall sehr empfehlen.

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Innere Wirkung

Bienenwachs wird zumeist äußerlich angewendet, kann aber auch bedenkenlos verzehrt werden. Beim Kauen des Wachses werden wertvolle Inhaltsstoffe direkt von der Mundschleimhaut aufgenommen und können über diesem Wege ihre unterschiedlichen inneren Wirkungen entfalten.

Zur Stärkung des Immunsystems

Bienenwachs kann das Immunsystems stärken und vor allen Dingen allergische Reaktionen reduzieren. Diese Wirksamkeit entfaltet sich insbesondere bei Heuschnupfen. Experten erklären sie mit den kleinen Spuren von Pollen, die im Bienenwachs enthalten sind. Diese führen bei Allergikern den Menschen ganz sanft an das Allergen heran und machen ihn dadurch insgesamt weniger empfindlich.

Bei Erkältungen

Bienenwachs lässt die Schleimhäute abschwellen. Dadurch bekommen Sie nicht nur besser Luft, auch das Abhusten oder der Abfluss von Sekret wird durch die Reduktion der Schwellung erleichtert. Des Weiteren enthält Bienenwachs antientzündliche und antibakterielle Inhaltsstoffe, die die bestehenden Symptome einer Erkältungen lindern, aber auch bevorstehenden Erkältungen aktiv vorbeugen können.

Äußere Wirkung

Bienenwachs kann in unterschiedlichen Formen seine äußerlichen Wirkungen entfalten. Es gilt als eines der ersten kosmetischen Produkte der Menschheit und wurde schon in der Antike verwendet, um die Haut jung und geschmeidig zu halten und bei kleineren Verletzungen zu pflegen.

Bei kleinen Wunden

Kleine Hautwunden können durch das Bienenwachs gut verschlossen und vor Infektionen oder einer Entzündungsreaktion geschützt werden. Dabei können die Inhaltsstoffe auch prophylaktisch, also vorbeugend, gegen eine Entzündung wirken. Das Bienenwachs versiegelt die Haut und bildet einen feinen schützenden Film, ist dabei aber luftdurchlässig und verstopft keine Poren. Dabei sammelt das Wachs kleinste Wassermoleküle aus der Umgebungsluft, absorbiert sie und gibt sie langsam wieder an die Haut ab. Auf diese Weise kann das Bienenwachs die Haut mit Feuchtigkeit versorgen. Die relativ hohen Mengen an Vitamin A, die im Bienenwachs enthalten sind, regen die verletzte Haut außerdem zur Regeneration an und beschleunigen somit den Heilungsprozess.

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Bei entzündlichen Hauterkrankungen

Bienenwachs wirkt antientzündlich und antibakteriell. Dadurch eignet es sich gut zur Behandlung entzündlicher Hautkrankheiten, wie Akne, Schuppenflechte oder Neurodermitis. Die Inhaltsstoffe des Bienenwachses können die Symptome lindern, aber nicht die Hauterkrankung grundsätzlich heilen. Die Wirkung ist rein symptomatisch. Dabei wird die entzündete oder gereizte Haut beruhigt, von Keimen befreit und zur Regeneration angeregt.

Bei Pilzinfektionen

Der Bienenstock ist ein warmer und feuchter Ort und bildet dadurch klimatisch hervorragende Voraussetzungen für Pilze und Bakterien. Außerdem stehen dort reichlich Nährstoffe für Keime und Parasiten zur Verfügung. Um den Bienenstock vor ihnen zu schützen, beinhaltet das Wachs Substanzen, die nicht nur antibakteriell, sondern auch fungizid wirken. Diese Wirkung lässt sich bei Pilzerkrankungen auf der Haut zu Nutzen machen. Denn auch hier wirken die Inhaltsstoffe tödlich auf Pilze.

Eine Infektion mit einem Hautpilz kann im Grunde jede Körperregion betreffen. Die betreffende Stelle ist leicht gerötet und kann mitunter stark jucken. Dabei sollten Sie es vermeiden, dem Juckreiz mit Kratzen zu begegnen, da sich der Pilz dadurch nur noch schneller ausbreitet und über die Finger auf andere Körperregionen übertragen werden kann. Fungizide Mittel, zu denen auch Bienenwachs gehört, wirken in der Regel sehr schnell, müssen aber noch lange nach dem Abklingen der Symptome regelmäßig weiter verwendet werden, um ein erneutes Aufkeimen des Pilzes zu vermeiden.

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Bei wundem Babypo

Da Bienenwachs äußerst sanft auf die Haut wirkt, ist es auch für die empfindliche und zarte Haut von Babys gut geeignet. Gerade im Windelbereich können schnell wunde Stellen, Rötungen oder auch Pilzinfektionen entstehen, denen durch das Naturprodukt sanft entgegen gewirkt werden kann.

Zur Wärmebehandlung bei Hustenreiz oder Schmerzen

Einige Leiden können sehr gut mit Wärme behandelt werden. Eins davon ist der Hustenreiz. Durch anhaltende Wärme werden die Bronchien erweitert und der Hustenreiz wird reduziert. Auch Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen oder Bauchschmerzen können gut durch Wärme reduziert werden, wie zum Beispiel nach intensiven Trainingseinheiten, bei chronischen Gelenkentzündungen oder Menstruationsproblemen. Bienenwachs kann Wärme sehr gut speichern. In Form von wärmenden Bienenwachswickeln können genannte Beschwerden sehr einfach und nachhaltig gemildert werden.

Nebenwirkungen

Bienenwachs kann in seltenen Fällen eine Kontaktallergie auslösen. Verantwortlich für diese Reaktion ist das im Bienenwachs enthaltene Propolis, das zu 50 - 80 % aus Harzen und zu 10 - 15 % aus ätherischen Ölen besteht. Der Rest sind Wasser und Pollen.

Je nach Lebensraum der Bienen kann das Propolis unterschiedliche Mengen an Kaffeesäureester (z.B. Phenylethylkaffeat, Geranylkaffeat, Benzylkaffeat) enthalten. Sie bilden die Hauptsensibilatoren, die bei Kontaktallergien die Ursache für die Reaktion darstellen. Kaffesäureester stammen im Wesentlichen aus den Knospen von Pappeln.

Menschen, die allergisch auf unterschiedliche Pollen reagieren, reagieren in der Regel weder auf Bienenwachs, noch auf Honig. Die Mengen an Pollen, die in diesen Rohstoffen enthalten sind sind viel zu gering. Im Gegenteil, diese winzigen Mengen können einem Allergiker sogar helfen, sich zu sensibilisieren, also weniger heftig auf das entsprechende Allergen zu wirken.

Allergien, die durch Bienenstiche ausgelöst werden, entstehen durch eine Reaktion auf unterschiedliche Substanzen im Bienengift, die auch im Gift artverwandter Insekten, wie Wespen oder Hummeln, vorkommen. Eine derartige Allergie steht in keinem Zusammenhang mit Produkten der Bienen, wie Honig oder Wachs. Daher ist die Verwendung dieser Produkte für Insektenstich-Allergiker als absolut unbedenklich einzustufen.

Anwendung

Bienenwachs essen

Das Bienenwachs selbst ist als Nahrungsmittel unbedenklich, kann aber im Grunde nicht absorbiert werden. Die wertvollen und gesundheitlich wirksamen Inhaltsstoffe lösen sich schon beim Kauen durch den Speichel und werden dann teilweise sogar direkt von der Mundschleimhaut aufgenommen. Zum Kauen eignen sich Bruchstücke ganzer Honigwaben (mit oder ohne Honig), die Sie quasi wie ein Kaugummi kauen, bis der Geschmack langsam vergangen ist. Ob Sie die Überreste anschließend herunter schlucken oder verwerfen, ist im Grunde egal.

Als Zusatzstoff in Cremes und Lotionen

Besonders bei naturkosmetischen Produkten wird natürliches Bienenwachs gerne als besonders hautverträgliche Fettkomponente verwendet. Durch seine feste Konsistenz spielt es außerdem eine wichtige Rolle bei der Festigkeit und Streichbarkeit des Endproduktes. Seine antibakterielle, fungizide und entzündungshemmenden Inhaltsstoffe wirken beruhigend auf die Haut. Das enthaltene Vitamin A wirkt antioxidativ und somit Alterungsprozessen der Haut entgegen, da es die Haut vor oxidativem Stress schützt. Außerdem regt es die Regeneration und Neubildung von Hautzellen an.

Im Vergleich zu den in der konventionellen Kosmetikindustrie verbreiteten Mineralölen, stellt Bienenwachs einen rein natürlichen Rohstoff als Basis für Cremes und Salben dar. Mineralöle sind gesundheitlich nicht unbedenklich und werden immer wieder scharf kritisiert. Besonders bei Lippenpflegeprodukten lohnt sich der Umstieg auf zertifizierte Naturkosmetik, um Paraffinen, Petrolatum und Co. aus dem Weg zu gehen.

Wie Sie eine Salbe mit Bienenwachs ganz einfach selbst herstellen können:

Zutaten:

  • Sheabutter: 10,5 g
  • Bienenwachs: 2 g (z.B. in Form von Pastillen)
  • Traubenkernöl: 11 g
  • Macadamia-Öl: 4 g
  • Arganöl: 4,5 g
  • Olivenöl: 8 g
  • Weizenkeimöl: 5 g

Aus diesen Zutaten ergibt sich eine Gesamtmenge von 45 g Salbe mit einem Bienenwachsanteil von 4,4 Prozent.

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Vermengen Sie die Öle und die Sheabutter in einem kleinen Gefäß aus Glas oder Metall und erwärmen Sie sie auf etwa 60°C. Gleichzeitig erwärmen Sie in einem zweiten Gefäß das Bienenwachs. Hierfür eignet sich am besten ein Wasserbad. Die Schmelztemperatur des Wachses liegt bei etwa 62 bis 65°C. Achten Sie darauf, dass das Wachs zwar schmilzt, aber nicht darüber hinaus erhitzt wird, da einige Inhaltsstoffe ansonsten Schaden nehmen könnten. Wenn die Fette in beiden Gefäßen gleichsam erwärmt sind, können sie vermengt werden. Geben Sie hierfür die Öle zügig unter gründlichem Rühren in das geschmolzene Wachs. Nun können Sie das Gefäß aus dem Wasserbad nehmen und nochmal alles ordentlich durchmengen, bis Sie eine gleichmäßige Konsistenz bekommen. Füllen Sie die Salbe in ein Schraubgefäß, aber lassen Sie es bis zum vollständigen Abkühlen auf Raumtemperatur geöffnet.

Sollten Sie nach dem Abkühlen feststellen, dass die Salbe zu flüssig ist, können Sie auch nachträglich noch Sheabutter oder Bienenwachs hinzu geben. Sheabutter wird von der Haut besser aufgenommen, Bienenwachs bildet einen schützenden Film. Für das nachträgliche Hinzufügen muss die gesamte Masse natürlich erneut erhitzt werden.

Die Salbe ist bis zu 6 Monate haltbar und kann im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur in einem verschlossenen Gefäß aufbewahrt werden. Sie ist sehr fettend und eignet sich besonders für trockene bis sehr trockene Haut. Besonders in den kalten Wintermonaten kann sie die Haut vor Witterungseinflüssen schützen. Sie kann außerdem ganzjährig als Kur gegen trockene Haut verwendet werden.

Wie Sie einen Lippenbalsam mit Bienenwachs ganz einfach selbst herstellen können:

Zutaten:

  • Bienenwachs (z.B. in Form von Pastillen)
  • Mandelöl
  • Honig

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Bringen Sie Bienenwachs (z.B. 5 g) in einem Wasserbad vorsichtig zum schmelzen. Geben Sie etwa die gleiche Menge an Mandelöl und die halbe Menge an Honig hinzu und vermischen Sie alles gleichmäßig. Nun lassen Sie den Balsam langsam abkühlen. Dabei ist es wichtig, immer wieder alles durchzumischen, damit er auch abgekühlt eine gleichmäßige Konsistenz aufweist. Bewahren Sie ihn in einem kleinen verschlossenen Gefäß auf. Er ist bis zu 6 Monate haltbar.

Dieser Balsam eignet sich sehr gut für trockene und spröde Lippen. Die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe reduzieren Entzündungen und wirken antibakteriell, außerdem beschleunigen die regenerationsfördernden Eigenschaften die Heilung kleiner Risse. Gleichzeitig spendet das enthaltene Öl Feuchtigkeit, so dass trockenen Lippen schnell der Vergangenheit angehören.

Als Bienenwachswickel

Bienenwachs ist ein hervorragender Wärmespeicher. Um diese Eigenschaft zu nutzen, geben Sie das Wachs auf ein dünnes Baumwolltuch und erwärmen es dort mithilfe eines Föns oder eines Heizstrahlers. Die so erwärmte Wickel können Sie bei Husten oder Erkältungsbeschwerden auf die Brust legen. Dort kann sie mehrere Stunden verbleiben. Dabei kann sie durchaus auch mit Tapes fixiert werden. Die langsame Wärmabgabe wirkt schmerzlindernd in den unterschiedlichsten Bereichen und kann ganz nach Bedarf unterstützend angewendet werden. Auch in der Physiotherapie und dem Leistungssport wird der wärmende Effekt des Bienenwachses verwendet, um Muskeln und Gelenke zu entspannen. Gerade nach intensiven Trainingseinheiten kann es zu diesem Zweck gut verwendet werden, um Verspannungen oder einem Muskelkater vorzubeugen. Bienenwachswickel können auch direkt gebrauchsfertig erworben werden.

Herstellung

Bienen produzieren Wachs zum Bau der Waben. Jede Arbeiterin verfügt über 8 Wachsdrüsen, die auf der Unterseite ihres Hinterleibs in zwei Viererreihen angeordnet sind. Diese Drüsen sind nur in einem kurzen Zeitfenster im Lebenslauf einer Biene aktiv.

Etwa vom 12. bis zum 18. Lebenstag produzieren die Arbeiterinnen das Wachs. Eine einzelne Biene lebt etwa 4 bis 6 Wochen. Die Produktion von Wachs ist sehr energieaufwendig, so dass eine Biene für die Herstellung von einem Kilo Bienenwachs erheblich größere Mengen an Nektar vertilgen muss als für die Produktion der gleichen Menge an Honig. Imker schätzen die benötigte Menge auf das 6-fache, genaue Messungen sind aber natürlich schwierig. Wenn das Tier genügend Nahrung aufgenommen hat, produziert es in seinen Wachsdrüsen winzige kristalline Wachsplättchen, die es zu seinen Mundwerkzeugen befördert und dort sorgsam einspeichelt und zerkaut. Dadurch wird das Wachs geschmeidig und formbar. Für ein Kilo Wachs werden über eine Million solcher Plättchen benötigt. Das fertige Wachs kann dann von der Biene modelliert und zum Ausbau weiterer Waben verwendet werden.

Durch die Nutzung der Wabe verfärbt sich das Wachs mit der Zeit von farblos weiß über goldgelb bis hin zu einem dunklen rotbraun. Diese Verfärbung entsteht durch Einlagerung von Propolis, Pollen und Rückständen der Bienen und Larven selbst. Diese sogenannten Rückstände werden nach der Ernte der Wabe aus dem Wachs entfernt. Hierfür wird das Wachs in mehren Schritten wiederholt eingeschmolzen und filtriert. Das Ergebnis ist ein reines goldgelbes Wachs, das zumeist in Form von gegossenen Pastillen zu kaufen ist.

Frische Bienenwaben, die oftmals gemeinsam mit dem darin noch enthaltenen Honig verkauft werden, sind selbstverständlich nicht aufgereinigt. Dennoch kann dieses Wachs auch ohne Bedenken verwendet, sogar verzehrt, werden.

Seitdem im Jahre 1979 die Varroamilbe in Europa auftauchte, hat sie sich in rasanter Zeit verbreitet und mehrere Bienenvölker vernichtet. Viele synthetische Bekämpfungsmittel auf dem Markt, die die Milbe in Schach halten sollen, sind allerdings fettlöslich und werden im Bienenwachs eingelagert. Insbesondere im deutschsprachigen Raum haben die Imker inzwischen reagiert und verwenden vermehrt alternative Bekämpfungsmethoden, wie organische Säuren, die regulär im menschlichen Organismus vorkommen und nicht fettlöslich sind, also sich nicht im Bienenwachs anreichern. Dennoch vorkommende minimale Rückstände aus diesen Bekämpfungsmethode werden als harmlos eingestuft. Aus diesem Grunde ist es empfehlenswert auf die Herkunft des erworbenen Bienenwachses zu achten und im Zweifel lieber auf ein zertifiziertes Bioprodukt zurückzugreifen.

Inhaltsstoffe

Bienenwachs besteht zu etwa 65 Prozent aus sogenanntem Myricin. Dabei handelt es sich um ein Gemisch von Estern langkettiger Alkohole und Säuren. Der häufigste Ester im Bienenwachs ist Myricylpalmitat, ein Ester der Palmitinsäure mit Myricylalkohol und ein in Wasser unlöslicher Feststoff. Des Weiteren finden sich im Bienenwachs zu etwa 12 Prozent freie Säuren, wie Cerotinsäure oder Melissinsäure, und 14 Prozent gesättigte Kohlenwasserstoffe. Den Rest bilden ein paar freie Alkohole und bienenspezifische Aromastoffe.

Geschichte

Schon seit tausenden von Jahren wird Bienenwachs für unterschiedliche Zwecke verwendet. Da es im Grunde unendlich haltbar ist, konnte es bei vielen Ausgrabungen entdeckt werden. So fanden sich Spuren von Bienenwachs in ägyptischen Gräbern, in Schiffswracks von Wikingern oder in römischen Ruinen. Speziell die Ägypter verwendeten Bienenwachs zur Einbalsamierung und Mumifizierung. Alle antiken Kulturen dichteten ihre Boote und Schiffe, sowie Holzfässer damit ab oder beschichteten Schrifttafeln. Über mehrere Jahrtausende wurde Bienenwachs zudem erfolgreich als Bindemittel bei der Herstellung von Papyrus eingesetzt.

Die häufigste Verwendung lag aber sicherlich in der die Herstellung von Kerzen. Bienenwachs hat eine lange Brenndauer. Die Kerzen brennen etwas heller als bei anderen Wachsarten und verbiegen nicht, sondern brennen gleichmäßig gerade ab. Etwa ab dem zweiten Jahrhundert waren Kerzen so weit entwickelt, dass sie nicht mehr rußten und in geschlossenen Räumen, wie Kirchen oder Tempeln, verwendet werden konnten. Die christliche Osterkerze, wird traditionell auch heute noch aus Bienenwachs hergestellt. Es wird in der ursprünglichen Fassung des gallikanischen Osterlobes besonders gewürdigt. Hier heißt es: „Denn die Flamme wird genährt vom schmelzenden Wachs, das der Fleiß der Bienen für diese Kerze bereitet hat.“ Bienenwachs galt schon damals als sehr kostbar, weil es mit mühevoller Arbeit der fleißigen Bienen assoziiert wurde. Auch in Klöstern, Burgen und privaten Häusern waren Kerzen aus Bienenwachs schon im frühen Mittelalter das gängige Leuchtmittel, bis sie langsam durch Öllampen ersetzt wurden. Für die Sammlung des Naturrohstoffes waren zu dieser Zeit Waldimker, sogenannte Zeidler, zuständig. Für ihre wertvolle Arbeit waren sie sehr angesehen und erhielten einige Sonderrechte, wie zum Beispiel die Erlaubnis zum Tragen einer Armbrust.

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Auch bei dem Bau von Bögen hat Bienenwachs eine große Bedeutung. Der Wachs ist stark wasserabweisend und hält dadurch nicht nur das Holz des Bogens weich und dehnbar, sondern schützt in erster Linie die Bogensehne. Durch eine ständig neu aufgetragenen Wachsschicht, haften die Fasern besser zusammen und die Sehne hält deutlich länger der ständigen Dehnung stand, ohne zu reißen. Die wasserabweisende Eigenschaft machte Bienenwachs auch zum ersten verwendeten Imprägniermittel. Dies wurde sowohl auf Kleidungsstücken, als auch auf Holz angewendet.

Die historische Nutzung von Bienenwachs erstreckt sich auch in den Bereich der Medizin und Gesundheit. In einer archäologischen Studie der Universität Trieste in Italien beschrieben Wissenschaftler den Fund der ersten Zahnplombe der menschlichen Geschichte. Im Zahn eines etwa 6500 Jahre alten menschlichen Schädelknochens fanden sie eine Füllung aus Bienenwachs, die perfekt in den maroden Zahn eingearbeitet war. Sie werteten diese Entdeckung als den Beleg für die erste vorgeschichtliche Zahnmedizin in Europa. Nicht nur durch seine Konsistenz, sondern auch durch seine antibakteriellen und antientzündlichen Eigenschaften sei Bienenwachs ein ideales Mittel für die damalige Zahnmedizin gewesen, so die Forscher.

Der große griechische Arzt Galen von Pergamon mischte aus Olivenöl, Rosenwasser und Bienenwachs eine Creme für trockene Haut, der er den Namen „Kaltcreme“ gab, was nahelegt, das diese Creme besonders zum Schutze der Haut bei kalter Witterung diente. Galen war der Erste, der die Verwendung von Bienenwachs in der Herstellung von Cremes niederschrieb. In den folgenden Jahrhunderten sollte Bienenwachs die Grundlage von jeglicher Creme oder Salbe sein. Es war der ideale Trägerstoff für die unterschiedlichsten Wirkstoffe aus der alten Naturheilkunde und wurde auch für die Herstellung von Wachspflastern verwendet. Im Laufe der Geschichte wurden viele andere Substanzen entdeckt, auf deren Basis eine Creme produziert werden kann, aber besonders in der Naturkosmetik wird Bienenwachs bis heute gerne verwendet. In erster Linie findet es sich in Cremes, Lotionen und Lippenbalsam.

Zuletzt bekam Bienenwachs auch Einzug in die industrielle Produktion von Lebensmitteln. Auch hier wird es vielseitig verwendet. Es wird als Füllstoff, als Trägerstoff, als Trennmittel oder als Überzug verwendet, wie zum Beispiel für Gummibärchen damit diese schön glänzen. Für die Verwendung von Bienenwachs in Lebensmitteln gelten vom Gesetzgeber her kaum Beschränkungen, lediglich die Kennzeichnung muss vorhanden sein. Bienenwachs verbirgt sich hinter dem Lebensmittelzusatzstoff E901.

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Kultivierung

Die ältesten Nachweise der Jagd nach den Produkten von Bienen sind etwa 12.000 Jahre alt. Auf Felsmalereien in den Cuevas de la Araña in Spanien geht hervor, dass schon damals spezialisierte Bienensammler die Bienenstöcke aufspürten und ausbeuteten. Mit der Entstehung der großen Kulturen in Ägypten und Mesopotamien entwickelte sich um 2400 vor Christus die organisierte Bienenhaltung. Die Insekten wurden weniger in der Wildnis gesucht, sondern in speziellen Behältern, wie Tontöpfen oder hohlen Bäumen, angesiedelt und gezüchtet. Archäologische Funde in Deutschland deuten auf eine organisierte Bienenhaltung etwa ab dem Jahr 500 v.Chr. hin. Die ersten Imkerzünfte wurden in Deutschland im 14. Jahrhundert gegründet. Die bereits erwähnte Zeislerei war ein Nebenzweig des Imkertums und beschränkte sich auf wilde Bienen im Wald. Etwa im 18. Jahrhundert wurde sie vollends aufgegeben. Nur die Korbimkerei blieb erhalten und entwickelte sich zu einem großen Zweig in der Landwirtschaft. Viele wissenschaftliche Erkenntnisse, die es heute über Bienen gibt, sind den Imkereien zu verdanken. Andersherum profitieren diese wiederum aus den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Die Größe von heutigen Imkereien schwankt sehr stark. Vom Hobbyimker mit „Stadtbienen“ auf einem Berliner Balkon bis zur Insekten Massentierhaltung mit riesigen Plantagen ist quasi alles vertreten. Im Jahr 2018 waren innerhalb der EU etwa 600.000 Imker gemeldet, die insgesamt über 17 Millionen Bienenstöcke verfügten. Neben der Produktion von Wachs und anderen Erzeugnissen der Honigbiene stellten sie im ganzen Jahr etwa 250.000 Tonnen Honig her. Mehr als 20.000 Tonnen davon wurden in Deutschland produziert.

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